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Im deutschen Reich · 1902-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1902) · p. 334

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1902)
Article
Die bayrischen Parlamentarier jüdischen Glaubens
Date
1902-06-01
Page
334 (sequence 2)
Language
German
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334 Im deutschen Reich. nach der einstimmigen Anerkennung auch seiner politischen Gegner, sein vielseitiges Wissen und Können hingegeben und seine Gesundheit aufgerieben hat im Dienste seines Vaterlandes, auf das Bild eines Mannes, der „ein lebendiger Protest war gegen' das Vorurtheil, als könnte das Judenthum seine Bekenner hindern, treue Bürger, begeisterte Patrioten, edle Menschen zu sein."-h) Ein solcher Mann war der in bescheidenen Verhältnissen als Sohn eines Handelsmannes am 8. Juni 1827 in Obbach in Unterfranken geborene Wolf Frankenburger. In'Würzburg absolvierte der Jüngling unter mancherlei harten Entbehrungen den ganzen Vorbereitungsdienst, Mürzburg war auch die Stätte, wo dem werdenden Manne die ersten Lorbeern eines forensischen Redners und volksfreundlichen Politikers blühten. Denn auch Frankenburger hatte sich als Student in den Strudel der Bewegung des Jahreo 1848 Hineinreißen lassen. Als aber die Träume der Jugend nach kurzer Zeit zerronnen waren, widmete er sich der Laufbahn eines Vertheidigers und erwarb sich bald durch seine Redegewandtheit und Schlagfertigkeit, durch die vernehme Art des Auftretens, die es verschmähte, zu einem Kunstgriff die Zuflucht zu nehmen, der nicht hätte bestehen können vor dem strengsten Richterstuh! der Standes ehre, den Ruf eines Gerichts redn crs von erstem Range. In Nürnberg, wohin er nach seiner Ernennung zum Advokaten 1861 übersiedelte, befestigte er nicht blos diesen Ruf, sondern trat auch mit dem Erwachen des politischen Lebens wieder in den Vordergrund der öffentlichen Interessen und erwarb sich beim Landtagswahlkampf im Jahre 1863 den Namen und das Vertrauen eines Parteiführers in so hervorragendem Maße, daß, als 1869 ein Mandat in Nürnberg frei wurde, die Uebertragung desselben an Frankenburger als selbstverständlich erschien. Seine Wiederwahl erfolgte seitdem stets einstimmig. Gleich in der ersten Rede, mit welcher Frankenburger als Neuling vor der mit der Adreßdebatte beschäftigten Kammer am 1. Februar 1870 erschien, zeigte es sich, daß in seiner Person ein Politiker und Gesäüchtskenner, eine zur Führerrolle berufene Persönlichkeit in den öffentlichen Kampf für die Grundsätze eingctreten war, von denen er mit Recht am Ende seiner Laufbahn sagen konnte: „Ich war der freisinnigen Sache treu mein Leben lang und werde ihr treu bleiben bis zum letzten Athemzuge!" In dieser Jungfernrede entwickelte er ein Programm, das er kurz mit den Worten zusammenfaßt: „Die angestrengteste und unausgesetzte Arbeit an dem großen Einigungswerke unseres deutschen Vaterlandes, was die äußere Politik betrifft, und eine Regierung nach den strengsten demokratischen Grundsätzen im Innern." Das allein könne die Existenz Bayerns, dessen Zukunft

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