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Im deutschen Reich · 1902-03-01 · Heft 3 (März 1902) · p. 189

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 3 (März 1902)
Article
Frankfurt a. M.
Date
1902-03-01
Page
189 (sequence 1)
Language
German
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KingesandL. Frankfurt a. M., 2. April. Will man sich bei der Beurtheilung der Frage der Anstellung jüdischer Schulaspiranten an hiesigen Schulen nicht auf den Standpunkt stellen, daß die Bewerber nur nach ihrer Tüchtigkeit, nicht nach ihrem Glaubensbckenntniß ausgewählt werden, bei völliger Nichtberücksichtigung des religiösen Bekenntnisses des einzelnen Aspiranten, so sollte mindestens die Forderung erfüllt werden, daß in den Schulen je nach der Verhältniszahl der den einzelnen Religionen angehörenden Schüler der Lehrkörper aus Angehörigen der verschiedenen Religionen bestehen müsse. Auch soll eine Aeußerung von kompetenter Stelle gefallen sein, die in Uebereinstimmung mit den Grundsätzen der Parität besagt, daß auch in Volksschulen jüdische Lehrkräfte angestellt verden können, sobald mindestens 5 Procent der Schüler jüdischen Glaubens sind. Thatsächlich ist es aber nicht so, wie wir sehen, wenn wir einen Blick in die hiesigen Schulprogramme und in eine statistische Aufstellung werfen, die ein freundlicher Zufall mir in die Hand gab. Nach dieser, den Stand vom l. Februar 1900 wiedergebenden Aufstellung, ergiebt sich das folgende Bild: Höhere Knabenschulen Höhere Mädchenschulen Schüler davon in jüdische Procentev Goethegymnasium 355 118 33 Lessinggymnasium 347 48 11 Wöhlerschule 648 181 28,5 Musterschule 380 97 25,5 Elisabethenschule 738 295 40 Humboldtschule 696 134 19,25 Ich habe nur die Anstalten aufgcführt, die einen starken Prozentsatz jüdischer Schüler haben und das Kaiser Friedrichgymnasium ttotz seiner 21^/0 jüdischer Schüler unberücksichtigt gelassen, weil es eine staatliche und keine städtische Anstalt ist. Ziehen wir nun noch einige Volksbezw. Mittelschulen heran, so finden wir in der Oftend-

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