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Im deutschen Reich · 1902-03-01 · Heft 3 (März 1902) · p. 187

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 3 (März 1902)
Article
Karl Emil Franzos [Rezension]
Date
1902-03-01
Page
187 (sequence 1)
Language
German
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187 Mcherschau. Karl Emil Franzos. Die Juden von Barnow. Sechste Auflage. Berlin, Concordia Deutsche Verlags-Anstalt. Geh. M. 5,—-. Geb. M. 6,—. Als die erste Auflage dieses Jugendwerks unseres gefeierten Mitarbeiters im Jahre 1876 erschien, erklärte Aron Bernstein, der als Verfasser von „Vögele der Maggid" und „Mendel Gibbor" sich selbst als Meister der deutschen Ghetto-Geschichten erwies, die „Juden von Barnow" würden Karl Emil Franzos einen Platz in der Literatur- Geschichte schaffen und jedem Leser bleibenden künstlerischen Gewinn bringen. Das; diese Voraussagung treffend war. geht daraus vor, daß fünf Auflagen dieses Buches jetzt bereits vergriffen sind und deshalb eine sechste Auflage erscheinen mußte, aber auch daraus, daß im Laufe der Zeit nicht weniger als 19 Uebcrtragungen dieses Werks in fremde Sprachen erfolgten. Zu dieser überaus großen Verbreitung des eigenartigen Buches mag in erster Reihe der künstlerische Werth der Darstellung jener nationalen Kontraste beigetragen haben, welche der Dichter in seiner Hermath zu beobachten Gelegenheit hatte, gewiß aber auch die Unbefangenheit und Ehrlichkeit, mit welcher er die Eharakterfiguren in seinen Geschichten ohne Schönfärberei, aber auch ohne Voreingenommenheit treu nach dem Leben zeichnete, ohne dabei jene innige tiefe Ergriffenheit echten Mitgefühls mit menschlichem Elend vermissen zu lasten, oder den wahren Humor, der unter Thränen lächelt. In einer von der „Times" veröffentlichten Besprechung des Buches wurde von demselben gesagt, es biete „ein Bild der jüdischen Volksseele von unvergleichlicher Ehrlichkeit und Treue, das niemand, er sei noch so sehr in Vorliebe oder Haß für den jüdischen Namen befangen, ohne nachfolgenden Nutzen lesen werde." Thatsächlich haben auch ausgesprochene Gegner des Judenthums rückhaltlos das Bestreben des Autors anerkannt, der Wahrheit zu dienen und offen und ehrlich Licht und Schatten gerecht zu vertheilen. So bekannte selbst Johannes Scherr, aus den „Juden von Barnow" ersehen zu haben, daß auch

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