Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1902)
- Article
- Jüdische Krankenpflegerinnen
- Date
- 1902-02-01
- Page
- 89 (sequence 6)
- Language
- German
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Jüdische Krankenpflegerinnen. 89 Ich freue mich, zum Schluß darauf Hinweisen zu können, daß die Bestrebungen zur Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen sogar staatlicherseits Anerkennung finden, und beziehe mich zum Beweis -essen auf den folgenden Erlaß der königl. wurttemb. Israelitischen Oberkircheubehörde an sämmtliche württemdergischen Rabbinate. In einer Eingabe vom 25. November!. I. hat der Ausschuß der Stuttgart-Loge zur Ausbildung jüd. Krankenpflegerinnen uns mitgetheilr, daß sich die Stuttgart-Loge, ein Zweigverein des über ganz Deutschland verbreiteten jüd. Humanitätsvercins „Bne-Bris", unter anderem die Ausgabe gestellt habe, jüd. Mädchen zu Krankenpflegerinnen auszubilden. Mit der Ausführung dieser Aufgabe habe die Stuttgart-Loge am 17. September 1900 einen besonderen Ausschuß beauftragt und sei dabei von der 'Ansicht aus-, gegangen, daß dieses Werk der Nächstenliebe nicht bloß Juden zu Gute kommen solle, sondern eine erwünschte Gelegenheit biete, das mannigfache Gute, welches jüd. Kranke durch die Pflege chriftl. Schwestern schon erfahren haben, in geziemender Weise zu vergelten. Der besagte Ausschuß hob in seiner Eingabe noch folgendes hervor: „Die berufsmäßige Krankenpflege entspricht den natürlichen Anlagen und Neigungen des Weibes im höchsten Maße. Unsere Bestrebungen erschließen somit der weiblichen jüdischen Bevölkerung des Königreichs einen Beruf, welcher ebenso sehr geeignet ist, den einzelnen Personen, welche sich ihm widmen, eine befriedigende, ehrenhafte und gesicherte Stellung zu verschaffen, als er auch andererseits sämmtlichen Landesangehörigen ohne Unterschied des Glaubens zu gute kommt." Im Anschluß an diese Darlegung bat der gen. Ausschuß die Jsr. Oberkircheubehörde den von ihm unternommenen Bestrebungen wohlwollende Aufmerksamkeit zu schenken und den isr. Kirchenvorsteherämtern des Landes die thunlichste Förderung seiner Ziele anznempfehlen und stellte uns zu diesem Behufe eine Anzahl von Exemplaren der Broschüre „Jüdische Krankenpflegerinnen" von vr. Feldmann zur Verfügung.