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Im deutschen Reich · 1902-01-01 · Heft 1 (Januar 1902) · p. 60

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 1 (Januar 1902)
Article
Jüdische Krankenpflegerinnen [Rezension]
Date
1902-01-01
Page
60 (sequence 1)
Language
German
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60 Im deutschen Reich. Sücherscharr. Jüdische Krankenpflegerinnen. Von Dr. Gustav F eidmann, prakt. Arzt in Stuttgart. Cassel 1901. Verlag von Gebr. Gotthelst. Der Verfasser obiger Schrift tritt eifrig für die Betheiligung vcn Jüdinnen an der Krankenpflege ein und erörtert sein Thema in drei Abschnitten, nachdem er in einer kurzen Einleitung gesagt, wie wenig bekannt die Bestrebungen noch wären, die jüdische junge Mädchen der berufsmäßigen Krankenpflege zuführten, und wieviel Unklarheit neck über die Anforderungen und Aussichten dieses Berufes herrsche. Im Abschnitt! wird dargethan, daß, wenn auch die kleinste jüdische Gemeinde einen Verein zur Unterstützung Kranker hat, be längerer Krankheit oft trotzdem eine geschulte Pflegerin nöthig ist. Weiter sagt der Verfasser: „Bis vor wenigen Jahren standen den jüdischen Kranken nur christliche Pflegerinnen zur Verfügung und die Teilnahme am Pstegerinnenberuf war nur Christinnen möglich," da wie weiter ausgeführt wird, die religiösen Pflegegenosscnschaften keine Jüdinnen ausnehmen und die weltlichen Krankenpftegerinnenvereine entweder das Taufzeugniß verlangen oder, wenn es auch statutenmäßig nicht verboten ist, doch tatsächlich keine Jüdinnen aufnehmen. — Dem ist nicht ganz so. Ob die religiösen Pflegegenossenschaften thatsächlich keine Jüdinnen als Schülerinnen aufnehmeu, weiß ich nicht; verboten war es ihnen meines Wissens nicht. Als Schwestern können sie sie selbstverständlich nicht einstellen. Solche Genossenschaften können ja auch eigentlich gar nicht in Betracht kommen, denn schon die mehrmaligen täglichen Andachten würden es einer Jüdin nicht gut möglich machen dort einzutreten. Sie könnte dieselben nicht mitmachen und hätte schon dadurch eine von den andern getrennte Stellung. Aber möglich den Pflegerinnenberuf zu ergreifeu war es ihr doch schon seit langer Zeit. Die Königliche Charits in Berlin und ebenso wahrscheinlich jedes staatliche oder städtische Krankenhaus, das

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