Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1902-01-01
- Page
- 50 (sequence 2)
- Language
- German
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50 Im deutschen Reich. falle die Unwahrheit seiner Angaben bekunden können. Dagegen affe ich eine vom Bürgermeister beglaubigte Bescheinigung der baden einzigen christlichen Metzger unseres Ortes folgen, die ihre sämmtlchen Thiere von mir schlachten lassen, in welcher sie die Wahrheit müner Behauptungen bezeugen. Sulz unterm Wald, den 20. Dezember 1901. Der Schächter: I. Weil!, Eantor und Schächter. Daß die Aussagen des Herrn Weil!, Schächter in Sulz u. W, der Wahrheit vollauf entsprechen, bescheinigen Die christlichen Metzger: G. Ka-*, Georg Sommer. Die Richtigkeit der Unterschriften bescheinigt Der Bürgermeister. Als irgend ein bisher noch nicht ermittelter Antisemit eine einfache Frau in Strehlen i. Schl, beredete, ein ihr selbst unglaubhaft erschienenes Kindergeschwätz der Behörde in einer Form anzuzeigen, welche offenbar darauf berechnet war, dem Pöbelwahn von Nitnalmorden und Blutabzapfungen einen Nährstoff zu lu fern, haben wir die bald erzielte Aufklärung so r-'sch weiter verbreitet, daß die Antisemitenpresse aus dem faulen Plan ihres Parteigenossen keinen Vorthei! ziehen konnte. Von der behördlichen Widerlegung der betreffenden Gerüchte hat die „Staatsbürgcr-Ztg.", welche aus einer vorhergegangenen behördlichen Bekanntmachung sofort Kapital zu schlagen versuchte, natürlich ihren Lesern keinen Ton verrathen — olle, ehrliche „Staatsbürger-Ztg."! — Von größerer Tragweite als die sudenseindliche Aeußernngen des Brubn'schen Moniteurs sind die antisemitischen Kundgebungen der hochkonfervativen „Kreuz-Ztg.", welche deshalb die Beachtung aller verdienen, die sich die Abwehr antisemitischer Angriffe angelegen sein lassen. Wir haben kürzlich in folgender Form an die Wahrheitsliebe des frommen Blattes appelliert: Die verehrliche Redaktion der „Reuen Preußischen (Kreuz-)Zcilung" ver> öffentlichte am l l.v. Mts. einen „Zur Juden-Mache in Südafrika" überfchriebenen Leitartikel, welcher mit den Worten eingcleitet wurde: „Wie sich der Leser entsinnen wird, kennzeichnete ein Parlamentsmitglied, Markham. die jüdischen Millionäre Alfred Beit, Eckstein, und Genossen als „Diebe und Schwindler", und zwar „in Betreff ihrer Finanz- Operationen in Südafrika." In dem Dezember-Heft unseres Vereins, organs „Zm deutschen Reich" wurde dieser Artikel besprochen. Darauf haben wir von einem württembcrgischen Gutsbesitzer folgendes Schreiben erhalten: „Im Dezemberheft finde ich „Im deutschen Reich" auf Seite 680 den Kreuzzeitungs - Artikel „Zur Judenmache usw." gegen die jüdischen Millionäre Alfred Beit, Eckstein und Genügen. Ich will Ihnen nun aus zufälliger Bekanntschaft mittheilen: Eckstein ist der Sohn des