Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1902-01-01
- Page
- 49 (sequence 1)
- Language
- German
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49 Ucreinsnachrichten. Se rastlose Agitation der hinter der Schlachtmaske des Thierschutzes sich versteckenden Antisemiten gegen die jüdische rituelle Schlachtmethode läßt es uns als Pflicht erscheinen, überall. wo in letzter Zeit Schauergeschichten über angebliche Thierquälerei beim Schächten verbreitet wurden, den Dingen auf den Grund zu gehen und die betreffenden jüdischen Kreise zu veranlassen, der Verbreitung solcher Märchen durch den Hinweis aus den tz!1 des Reichspreßgesetzes ein Ziel zu setzen. So hat sich u. a. das Bundesblat: des „Deutschen Volksbunds", die „Deutsche Hochwacht" am 5. Januar bequemen müssen, folgende Berichtigung aufzunehmen: „In Ihrer Nummer vom 8. v. M., von der ich jetzt erst Kenntnis erhalte, veröffentlichten Sie einen Artikel, in welchem Sie das Schächten des israelitischen Schächters von Sulz und Wald i. E. als Thierquälerei bezeichnen. Da ich der einzige israelitische Schächter von Sulz und Wald bin, also nur ich gemeint sein kann, ersuche ich Sie aus Grund des tz l! des Reichspreßgesetzes um Aufnahme folgender Berichtigung: I. Es ist unwahr, das; die geschachtete Kuh noch stöhnte, als sie an den Hinterfüßen ausgezogen wurde. Bevor das Ausziehen des Thiercs erfolgt, ist es nickt nur bereits geschachtet und ausgeschnitten, sondern eL ist noch der Kopf des Thieres vom Rumpfe getrennt. 2. Es ist unwahr, daß das Maul des Thieres mit einem stricke zugebunden war, daß dieser 3tricf mit einem Knüppel zusammengedreht war. und daß die Nasenlöcher des Thieres zugestopst waren. Ein solches Vorgehen widerspricht nicht nur den rituellen Vorschriften, es ist auch überhaupt undenkbar, da aus diese Weise das Thier ersticken würde, bevor man cs rituell töten könnte. 3. Es ist unwahr, daß ich betend um das „Opfer" herumhantirte. Dieser Vorwurf ist ebenso lächerlich, als er den Vorschriften unserer Religion widerspricht. 4. EL ist mindestens seltsam, daß Ihr „braver Ostpreuße" diese angeblichen Greuel durch eine schmale Ritze beobachten konnte. 5. Ihr Gewährsmann versäumte es, den Tag anzugeben, an welchem er seine Beobachtungen gemacht haben will. Ich bin daher nicht in der Lage, die Zeugen anzugcben, die gerade bei diesem Vor-