Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- Strehlen i. Schles.
- Date
- 1902-01-01
- Page
- 42 (sequence 3)
- Language
- German
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42 Im deutschen Reich. hinauögclasseu habe, behauptet er, ein Briefträger; eine amtliche Anfrage bei der Pestbehörde ergab die Unwahrheit; dann sollte es ein Polizist gewesen, und als auch dies sich nicht bestätigte, sollten es wiederum dieselben Personen gewesen sein, die ihn hineingeführt Härten. Thatsache ist, das; der Knabe kurze Zeit, nachdem er sie verlassen, zu seinen Spielkameraden zurückkehrte, ohne die geringsten Zeichen einer ausgestandcnen Angst. Strehlen, den 30. Dezember 1901. Die PoIiz eiverwaltn ng. Reumann." Wie von unterrichteter Seite verlautet, hat Frau Poller auf die an sie gerichtete Frage, wesbalb sic die Anzeige erst nach vier Tagen erstattet habe, die Erklärung abgegegen, sie habe selbst dem Jungen keinen Glauben geschenkt und die Anzeige nur erstattet, weil sie hierzu von anderer Seite verleitet worden sei. Uebrigens hat am 14. Dezember in der Dunkelstunde kein Gottesdienst in der Synagoge stattgesuudcn, die nur etwa 10 Minuten offen war, während der christliche Svnagogeudiener eine Jahrzcit- Lampe anzuzünden hatte. Der Diener versichert, während dieser Zeit niemanden bemerkt zu haben. Die Polizei-Verwaltung, welche die erwähnte Bekanntmachung den hiesigen Lokalblättern aufgegeben hat, durste ein lebhaftes Interesse an der unbekannten Person nehmen, welche die Frau Poller zu der „höchst sonderbaren" Anzeige „verleitet hat". In einem in Nr. 218 der „Kritik" veröffentlichten, von Friedrich Nonnemann, Groß-Lichterfelde, verfaßten Artikel „Vaterlandsliebe und Muttersprache" wird gejagt: „Für den Juden ist und bleibt — wie auch Wustmann hervorhebt — trotz seineroft und allzu laut gepriesenen Begabung für Sprachen das Acchte, Feine, Sinnige mit dem Gemüthe Zusammenhängende der deutschen Sprache eine ver> schlofsene Welt. Dieses uns stamm-, geist- und herzensfremde Volk arbeitet nun an unserer Sprache herum, mißbraucht sie in verständnißloser Weise und setzt täglich einem leider allzugroßen Theile unserer guten Michelnaturen eine Sprachkost vor, die diese gedankenlos hinnehmen, immer und immer wieder in sich aufnehmen und so sich sacht und sicher innerlich und sprachlich zu des fremden Geistes Aehnlichkeit umbilden". — Den Herren, .die für Unrichtigkeiten im Sprechen die Juden, insbesondere die jüdischen Schriftsteller verantwortlich machen wollen, mögen daran erinnert werden, wie einerseits Mendelssohn, Börne, Heine, Auerbach u. a., andrerseits Sigl, Ablwardt und Genoffen die deutsche Sprache und den deutschen Stil gepflegt haben.