Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- Berlin
- Date
- 1902-01-01
- Page
- 38 (sequence 2)
- Language
- German
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deutschen Reich. 38 Rcligionö-Unterrichtes an den höheren Lehranfiab.en Deutschlands; 5. Jnitiativ-2luträge der Gemeinden. In dem Antrag des Rabbiner- Verbandes wird von den nachstehenden, in der letzten Versammlung des Verbandes beschlossenen Resolutionen Kenntnis; gegeben: „1. Bei Verhandlungen über religiöse Angelegenheiten ist der Rabbiner zuzuziehen. Bestehende Kultns-Einnchtimgeii können nur mit Znstimmnng der Gemeindebehörde und des Rabbinats geändert werden; 2. die Anstellung der Rabbiner soll derart geregelt werden, daß dieselben nach einem höchstens drei Jabre dauernden Provisorium eine definitive wird; o. zur Wahrung der religiösen Angelegenheiten und zur Hebung des Religionsunterrichts sollen Bczirksrabbinate gebildet weiden." Schließitd) wird der Ausschuß des D. I. G. H. ersucht, die Einladung zu einer geplanten Versammlung von den Vertretern der Gemeinden und Rabbinern.' welche sich mit der Regelung dieser Angelegenheit beschäftigen soll, mit zu unterzeichnen. Im Anschluß an den Gemeindetag wird am 24. Februar der zweite deutsch-israelitische Derbandstag stattfinden. Bei den Wahlen für das Direktorium der Akademischen Lesehalle erhielt der ,,Verein jüdischer Studenten" 179 Stimmen; ein Kandidat desselben wurde wiederum gewählt. Während alle anderen rillt, stehenden Vereine bedeutende Stüumcitucilüfte erlitten, Kitte der Verein jüdiswer Studenten diesmal gegen das Vorjahr einen Zuwachs von mehr als 50 Stimmen anfzuweisen. Irr einem Kolleg des Professor Schiemann, der in der hiesigen Universität über „die polnische Frage des 19. Jahrhunderts" lieft, demonstrierten jüngst zablreiche polnische Studenten in ungebührlicher Weise und wurden schließlich von den entrüsteten deutschen Studenten zum Verlassen des Hörsaals gezwungen. Die Behauptung antisemitischer Blätter, insbesondere der „Deutschen Tageszeitung",daß sich an diesen polnischen Kundgebungen viele jüdische Studierende beider Geschlechter betheiligt hatten, veranlaßte die „Israelitische Wochenschrift" zu folgender Mittheilung: „Wir haben uns der Mube unterzogen, der Sache nachzugehen. Das Ergebnis ist. daß auch nicht ein einziger jüdischer Student, nicht eine einzige jüdische Hörerin an der erwähnten schweren Ungehörigkeit theilgenonnnen. Es wäre auch gar zu merkwürdig gewesen, wenn Juden plötzlich im Sinn des Polonismus so empfindlich geworden sein sollten, daß sie ein ungünstiges wissenschaftliches Urtheil zum Ausgangspunkt einer unter allen Umständen tadelnswerthen Demonstration machten." In der von dem „Deutschen Antisemiten-Bunde" am 13. Dezember in der Berliner „Tonhalle" abgchaltenen Versammlung, in