Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1902-01-01
- Page
- 26 (sequence 2)
- Language
- German
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26 Hm deutschen Reich. Solche Thatsacheu dürfen die Antisemiten natürlich nicht gelten lassen, weil sie das weitverbreitete Mitgefühl mit den bedauernswerthen Buren für judenfeindliche Aufstachelungen zu vcrwerthen und auch sonst daraus Vortheile zn ziehen suchen. Daß Cecil Rhodos, Chamberlain, Jameson und Milner keine Juden sind, stellen sie zwar nicht in Abrede, aber dafür bezeichnen sie einige große Handlnngshänser als im jüdischen Besitz und behaupten, daß diese „Weltjuden" den Krieg zum Zwecke von Börsenspekulationen angezettelt haben. Die „Kreuz-Zeitung" brachte diese Behauptung in einem von blindem Judenhaß durchtränkten Artikel, der „Zur Judeumache" überschrieben war und nicht nur die „jüdischen Millionäre" Beit, Eckstein k Eo., sondern alle Juden für das Elend in Südafrika verantwortlich machte, das durch die verbrecherischen Umtriebe der „Weltjuden" hervorgerufen worden sei. Zahlreiche antisemitische Blätter haben diesen Unsinn weiter verbreitet; wir nahmen an, daß in jenem Artikel wenigstens so viel zutreffend sei, daß die beschuldigte Firma sich in jüdischen Händen befinde — aber auch dies ist nicht der Fall. Ein württembergischer Gutsbesitzer schreibt uns auf Grund genauer Personenkenntniß Folgendes: „Eckstein ist der Sohn des verstorbenen Pfarrers Eckstein in Birkach, Oberamt Stuttgart. Seine Mutter wohnt noch hier Silberburgstraße 175, sein Bruder, Wilhelm Eckstein, wohnt Christophstraße 5, hier. Daß man in Birkach jemals einen jüdischen Pfarrer gehabt hat, ist mir neu; Ecksteins Wittwe und Bruder und seine zahlreichen hiesigen Verwandten sind lauter gute, evangelische Christen, die wohl noch niemand außer der „Kreuz- Zeitung" für Juden oder für Nachkommen von Juden gehalten hat. Die Firma, von der das „fromme Blatt" fabelt, heißt: Wernher Beit L Eckstein in Johannesburg, und mir wird versichert, daß auch diese nicht mit Juden verwandt sind, doch fehlt mir jede Veranlassung, deren Taufscheine einzufordern. Das überlasse ich der „Kreuz- Zeitung", sie kann hier aber zuverlässigen Bescheid darüber erlangen, die Familie Eckstein hier ist zur Auskunft erbötig und wird sich, gerade so, wie ich darüber amüsieren, daß ihr Verwandter als guter Jude den Burenkrieg mit herbeigeführt hat." (Siehe auch Dereinsnachrichten S. 50.) Die Beweise, welche die Antijemitenprcsse für ihre judenfeindlichen Anschuldigungen bezüglich des Burenkrieges ins Feld geführt hat, beschränken sich ja auch nur darauf, daß die Londoner Börse, an der bekanntlich die Juden einen geringen Einfluß besitzen, für den Burenkrieg wiederholt Kundgebungen veranstaltet, Cecil Rhodes von seinen Millionen einmal ganze 500 Pfund Sterling sürdieErbauungeinerSyna-