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Im deutschen Reich · 1902-01-01 · Heft 1 (Januar 1902) · p. 23

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 1 (Januar 1902)
Article
Ein Mensch und sein Denkmal
Date
1902-01-01
Page
23 (sequence 4)
Language
German
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Ein Mensch und sein Denkmal. 23 Denkmal seltener Art. Wenn das in Erlangen gedruckte Wort vom Sonderberuf und allgemeinen Berus wahr ist, und wenn es zum allgemeinen Beruf gehört, ein von den Unterschieden der Religion und Abstammung unabhängiges Ideal der Güte und Reinheit, Wahr- Hastigkeit und Gcrechtlgkeit in sich zu verwirklichen, so stünde Jakob Herz Ln Erfüllung des allgemeinen Mcnschenberufs einzig da. Wir wissen niemand, dessen Mund wahrer, dessen Hand hilfreicher, dessen Sitte' fleckenloser, dessen Urtheil liebevoller und gerechter gewesen wäre als das seinige. Eine Folge davon und Probe dafür war, daß das Problem einer Formel, nach der wir Erdgeborenen alle uns brüderlich lieben können, in ihm werkthätig zur Lösung kam . . . . " „Andere setzen," schließt Brinz, „den Fürsten, Staatsmännern, Generalen. Künstlern und Gelehrten, wir einem Inbegriff der allen ohne Unterschied gleichmäßig obliegenden, in diesem einen Manne vereinigten und zur Vollkommenheit entwickelten Tugenden — wir setzen, um es mit Einem Werte zu sagen — dem Menschen ein Denkmal." Mehr und Näheres weiß ich über dieses „Denkmal eines Menschen ".nicht zu berichten. Aber ich denke, cs genügt, um mich jenes Jrrthums in meinem Dessauer Artikel aufrichtig zw freuen. Und weil es vielleicht auch anderen so geht, darum veröffentliche ich diese Mittheilung. Am 20. Dezember 1901 berichtete die „Voss. Ztg.": „Eine Reihe von Zuschriften, die uns anläßlich dev Feuilletons „Ein Mensch und sein Denkmal" zugegangen sind, macht uns darauf aufmerksam, daß es noch andere einem Juden errichtete öffentliche Denkmäler in Deutschland giebt. Da ist zuerst die Büste zur Erinnerung an den Kliniker Ludwig Traube, die im zweiten Hof der Charite in Berlin sich erhebt. Sie hält das Andenken daran wach, daß Ludwig Traube von 1848 bis zu seinem Tode als Arzt und Gelehrter im Verbände der Charite segensreich wükte. Dazu kommt das Hirschfeld-Denkmal in Kolberg. Sanitatsrath l)r. Hirschfeld war seit etwa 1850 als Arzt in Kolberg thätig und starb daselbst am 17. Juni 1885. Fast unmittelbar nach seinem Tode trat ein Komitee zusammen, um ihm ein Denkmal zu errichten. Vorsitzender war L. v. Buggenhagen; dem Komitee gehörten die bedeutendsten Männer des Badeortes und einige Vertreter des Landadels des Kreises an; wie um das Herz-Denkmal in Erlangen die dortige evangelischtheologische Fakultät, machte sich um das Hirschfeld-Dcnkmal uament-

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