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Im deutschen Reich · 1902-01-01 · Heft 1 (Januar 1902) · p. 20

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 1 (Januar 1902)
Article
Ein Mensch und sein Denkmal
Date
1902-01-01
Page
20 (sequence 1)
Language
German
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20 Im deutschen Reich. Ein Mensch und sein Denkmal. Von .^arl Emil Franzos. (Aus der „Voss. Ztg." vom 12. Dezember 190!.) Mie habe ich mich im Lause meines nun leider schon recht langen Schriftstellerlebens freudiger selbst berichtigt als ich es heute thue. In meinem Aufsatz über Dessau, den die „Voss. Ztg." im September v. I. brachte, sprach ich u. a. von dem dortigen Moses Mendelssohn-Denkmal und meinte, es sei auch insofern in kulturhistorischer Richtung bemerkenowerth, als es „das einzige öffentliche Denkmal" sei, das in Deutschland „einem Juden, der auch dem Glauben nach Jude geblieben ist," errichtet worden sei. Das war ein Jrrthum. Bor kurzem schrieb mir ein freundlicher Leser, Herr Scminardirektor Nutz in Altdorf lMittelfranken) u. a.: „Aber, bester Herr! Seit 1875 steht auf dem Luitpoldplatz in Erlangen das eherne Denkmal des jüdischen Professors, Arztes und Menschenfreundes vr. Jakob Herz, der dem väterlichen Glauben bis an den Tod treu geblieben ist. Und wenn dieses Denkmal erst reden könnte; wenn es Ihnen erzählen könnte, durch wessen Fürsprache der erste Jude in Erlangen Professor wurde, durch wessen Liebe seine letzten Lebenstage verklärt wurden! Daun würden Sie Ihren vielen traurigen Judengeschichten eine neue hinzufügen, zwar auch voll Ernstes, aber auch voll Friedens, und am Schlüsse würden Sie Ihre kulturhistorische These also wenden: „Jede Stadt hat die Juden, die sie verdient." Vielleicht macht Ihnen eine Botschaft Freude, die mit dem Grundgedanken Ihres Wirkens zusammenklingt." Man wird mir nachfühlen, daß dem wirklich so war und ich Näheres über Herz zu erfahren bemüht war. Was ich Büchern entnehmen konnte, war nur die Notiz, daß Jakob Herz, 1816 in Bayreuth geboren, 187! in Erlangen gestorben sei, daß er, ein ausgezeichneter Gelehrter, erst sehr spät Professor geworden sei, sich aber als praktischer Arzt und Philanthrop so ungemeine Liebe und Verehrung erworben habe, daß ihm die vergleichsweise kleine Stadt (Erlangen hat jetzt erst etwa 23 000 Einwohner!) in einmüthiger Be. geisterung ein schönes, auch künstlerisch werthvolles Denkmal (von Zumbusch in Wien) auf ihrem schönsten Platze errichtet habe. Etwas

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