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Im deutschen Reich · 1902-01-01 · Heft 1 (Januar 1902) · p. 19

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 1 (Januar 1902)
Article
Das Rabbinerkolleg in Italien
Date
1902-01-01
Page
19 (sequence 12)
Language
German
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Das Rabbinerkolleg in Italien. 19 Schritten auf. Nach dem glücklichen Versuch scheint sich nunmehr die Nothwendigkeit aufzudrängen, dem Provisorium ein Ende zu machen und dem Rabbinerinstitut einen definitiven Aufenthalt in Florenz zu schaffen. Wo die Beständigkeit fehlt, muß die Kraft früher oder später ermalten. Das Werk verlangt Energie, nicht Ermattung. Widerstand von Seiten Roms wird nicht gefürchtet. Die Israeliten der Hauptstadt werden gern dieses letzte Opfer bringen und die ganze Siegespalme Florenz überlassen. Es wird nicht an einflußreichen Politikern fehlen, welche sich um die Erlangung des neuen Königlichen Dekretes, welches die definitive Verlegung sanktioniert, bemühen werden. Doch wiewohl die finanzielle Lage des Kollegs keine Besorgniß erweckt, beschäfligt sich nichtsdestoweniger Vorstand und Leitung damit, einen Weg zur Verbefferung der ökonomischen Lage zu finden, um neuen Ausgaben begegnen zu können, die durch den Erfolg angezeigt und empfehlen werden. Es müssen neue Einnahmequellen gefunden werden, um immer mehr junge Leute zur geistlichen Laufbahn heranzuzichen; und zu diesem Zwecke wäre, wie Dr. Marguglies räth, ein Fonds oder eine Kaffe zu bilden, um Ermunterungsprämien oder Beihilfen den armen Schülern zu gewähren, welche den geistlichen Studien nicht mit Ruhe obliegen können, wenn sie von der Roth der täglichen Bedürfnisse bedrängt werden. Deshalb ist cs von Wichtigkeit, daß die Israeliten nicht nur in Italien, sondern in der ganzen Welt, soweit sie den väterlichen Glauben lieben und allenthalben vertbeidigt und erhöht sehen möchten, zum Schutze und zur dauernden Einrickckung der jüdischen Hochschule beitragen, welche in Italien und speziell in Florenz besser als an irgend einem anderen Sitze blühen kann und muß. Das Kolleg, welches sich wegen der Gleichgültigkeit der großen Masse nicht in Padua zu halten vermochte, welches wegen der örtlichen Schwierigkeiten nicht in Rom gedeihen konnte, hat in Florenz den Boden gefunden, auf welchem es den üppigsten Wuchs verspricht und verbürgt. Das italienische Rabbinerkolleg in Florenwelches im Rabbiner Marguglies personificiert ist, ist weder paduanisch, noch römisch, noch florentinisch und nicht einmal rein italienisch. In ihm wird die Sache des allgemeinen Judenthums verfochten, und unter diesem Zeichen kann zuletzt der Sieg nicht fehlen.

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