Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- Das Rabbinerkolleg in Italien
- Date
- 1902-01-01
- Page
- 16 (sequence 9)
- Language
- German
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16 Fm deutschen Reich. traue nicht so sehr aus eigene Kraft, wie auf die Hilfe Gottes und aus die Werktätige und hochherzige Mitwirkung der Brüder. Zahlreich waren die wohlverdienten Israeliten sowohl in Rom wie in Florenz, welche sich um die Ausführung des großen Planes bemühten. Unter diesen verdient ehrenhalber hcrvorgehoben zu werden der Advokat Ritter Angelo Screni. Vertreter der israelitischen Gemeinde Roms, der all sein Ansehen benutzte, um den nicht geringen Widerstand, welcher sich anfangs in der Repräsentantenversammlung kundgegeben hatte, zu überwinden. Es muß ferner an den Advokaten Ritter Eugenio Tabet erinnert werden, eine Zierde der italienischen Anwaltschaft. Er trug durch seinen Scharfsinn und seine Gelehrsamkeit zur glücklichen Lösung aller juristischen Fragen bei, welche alle möglichen Rechte und Interessen bezüglich auftauchten und nicht selten in Widerstreit und Gegensatz unter einander erschienen, Auch darf der Deputierte Romauiu Iaour nicht vergessen werden, welcher als Mitglied des Parlaments und der Regierung das Ansehen seines Namens, seines Rathes und seiner Stellung einschte, damit das werthvotte Besitzthum ohne Aufschub und elnic irgendwelche Hindernisse und Hemmnisse auf Florenz übergehen konnte. In dieser Stadt gab es ausgezeichnete Männer in Fülle, welche es nicht an erleuchtetem und thatkräftigem Eifer fehlen ließen, um das heilige Erbtheil würdig zu empfangen. Die Professoren Moise und Cesare Finzi, sowie der Advokat Bruto Sinigaglia, welche durch ihre hervorragenden Leistungen auf dem Lehrstuhl, in der Anwaltschaft und in Verwaltungsämtern die Sympathie, die Achtung und Bewunderung der gcsammten Bürgerschaft erlangt hatten, bildeten zusummen mit andern würdigen Genossen einen Ausschuß, der mit allen moralischen und materiellen Vorbereitungen beauftragt wurde, welche die Uebersiedelung des Kollegs erforderte. Doch wie es in allen menschlichen Kämpfen geschieht, daß tüchtige Leute zwar stets von Nutzen, aber doch eine oder zwei Persönlichkeiten nöthig sind, welche die hauptsächlichsten und besten Kräfte zu sammeln verstehen, um sie zu lenken und dem ersehnten Ziele zuzuführen, so geschah es auch für das Rabbinerkolleg bei seiner Auswanderung von Rom nach Florenz. In diesem Falle waren die beiden ausgezeichneten Persönlichkeiten der Rabbiner Marguglies und Ritter Raffaello Prato. Ersterer, welcher mit seltener Uneigennützigkeit die didaktische Leitung des Instituts übernahm, leistete schon allein durch seinen Namen derartige Gewähr, daß may in allen Städten Italiens begriff, daß seit der ersten, nunmehr so fernliegenden Zeit in Padua bis zur letzten in Rom niemand dem italienischen Nabbinat für die Ge-