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Im deutschen Reich · 1901-12-01 · Heft 12 (Dezember 1901) · p. 708

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 12 (Dezember 1901)
Article
Theodor Franzen [Rezension]
Date
1901-12-01
Page
708 (sequence 9)
Language
German
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708 8m deutschen Reich. und bei dieser Gelegenheit offenbar wurde, wie sie das Gebot, nicht die Ehe zu brechen, befolgen! Diejenigen antisemitischen Schriftsteller, welche einigen Fleiß auf ihre Arbeit verwenden, dürften Franzen's Schriftstellerei gewiß als unlauteren Wettbewerb empfinden. Erwünscht wäre es, wenn die Franzen'sche Schrift einem unparteiischen Gelehrten gleichviel welcher Confession Anlaß gäbe, die Geschichte der Kölner Juden auf Grund der zahlreichen neu erschlossenen Quellen und unter Benutzung der neueren Forschungen von Lau, Hoeniger, Stern, Keussen, Kortb, Hansen k. darzustellen. Dieser Gelehrte müßte freilich sowohl ein hohes Maß historischer Fachbildung, wie die seltene Gabe besitzen, das Erforschte interessant darznstcllen; er müßte Monate, vielleicht Jahre lang verstaubte Urkunden und Akten studieren und sich doch auch mit den neuesten Werken über Iudenthum und Antisemitismus, namentlich mit den Schriften von Lazarus, Pohlmann, Georg Winter und Graf Eoudenhove, bekannt machen. Dann würde er in der That eine Lücke der deutschen Lokal- und Kulturgeschichte ausfüllen; dann würde seine Arbeit aber wie jedes tüchtige historische Werk auch zur Lösung eines der Problerne beitragen, welche das Leben der Gegenwart erfüllen. K. S. L. K. Attntaö: Conciliatiou, suito et coinjOomont <le la brochurc ^Assimilation“. Brüssel 1901 bei Wwe. Michel van Tantfig. Dies ist eine Schrift, die das Herz gläubiger Juden erfreuen und in denen, die im Strome uub Sturme der Zeit der Hebung religiöser Gebote entfremdet worden sind, deren Jugend jedoch in der ungemischt jüdischen Enlturzeit wurzelt, sympathische Erinnerungen erwecken wird. Ein großer Theil der Schrift liest sich wie gute Predigten; der Styl bekundet einen intelligenten gelehrten Autor, der, wie in der Schrift beiläufig bemerkt ist, mehrere in diesen Gedankenkreis gehörigen Werke bereits veröffentlicht hat. Der Titel der Schrift ist „EonciiiatimG, d. h. Versöhnung, Vereinbarung. Es ist nämlich das Bestreben des Verfassers, wie er im Eingänge der Schrift erklärt, eine Vereinbarung, wenigstens Vermittelung zwischen den Juden als gläubigen Anhängern ihrer alten Religion und als Bürgern ihrer respektivcn Vaterländer, zwischen den Nothwendigfeilen des bürgerlichen und socialen und den Pflichten des religiösen Lebens zu erstreben und endlich die Versöhnung Zwischen der jüdischen Netigion als nationalerNeligionundderNaturreligionoder allgemeinen Religion (Rationalismus) darzulegen. Ter Mittelpunkt des religiösen Lebens eines Juden ist dem Verfaffer der Sabbath, und nachdem er die eigenthümlichen be-

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