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Im deutschen Reich · 1901-12-01 · Heft 12 (Dezember 1901) · p. 701

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 12 (Dezember 1901)
Article
Theodor Franzen [Rezension]
Date
1901-12-01
Page
701 (sequence 2)
Language
German
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Bücherschau. 701 liebe, Fleiß, Quelleukenntniß und Ausbildung in der historischen Methode .nitbrachten. Bei dem vorliegenden Buche, Theodor Franzens „Die Juden in Köln" ist leider grade das Gegenteil der Fall. Der Verfasser hat, statt die wirklichen Quellen zu studieren, wie es für jede Arbeit unerläßlich ist, welche zur Erkenntnis; der Vergangenheit beitragen will, einfach Enn^n's Geschichte der Stadt Köln sowie die Schriften Wen den's, Drisch's und Stolle's über die Geschichte der Kölner Juden vorgenommen, um aus diesen vier Büchern ein fünftes zu machen. Gewiß kann es unter Umständen einen gewissen Nutzen haben, wenn ein Schriftsteller, ohne sich selbst auf Quellenstudien einzulaffen, die Ergebnisse neuer gelehrter Forschung in schöner Form dm stellt und dadurchzn ihrer Verbreitung beiträgt. Aber auch dieser Gesichtspunkt würde sich nicht zu Gunsten der vorliegenden Schrift ansühren lassen. Die Werke, die Franzen ausjchreibk, sind alle selbst für weitere Kreise von Geschichte-freunden, nickt blos für Gelehrte bestimmt; wenn auch eiu Theil von ihnen das Wissen ihrer Zeit von der Vergangenheit förderte, so müssen sie doch heute sämmtlich als durch die außerordentlich rührige und tüchtige Kölner Lokalforschung der letzten Decennicn ganz und gar veraltet angesehen werden. Gerade in der Form sind sie aber auch alle dem neuen Buche weit überlegen. Franzen schreibt nicht nur langweilig, sondern auch gegen alles Stilgefühl; betonte er nicht ziemlich aufdringlich fein Deutschtum, so würde man ihn nickt nur für einen Menschen, der aus Ungeschick und Trägheit die deutsche Sprache mißhandelt, sondern geradezu für einen Ausländer halten. Hier sei zum Beweise dieser Behauptung nur aus zwei Str'lblüthen hingcwiescn, die sich aus einer und derselben Seite (18) finden: „Sogar den Regungen des Antisemitismus scheint der Rath verbeugen gewollt zu haben" und „so sollten doch die Stadt so wenig wie der Erzbischof weder Freude noch Segen an ihren Juden erleben!" Was will nun dieser Theodor Franzen mit feinem Buche, das weder unser Wissen fördert, noch dem Laien in der Geschichtswissenschaft nützliche Belehrung bietet? Geben wir ihm selbst das Wort! Er sagt in seinem leider so herzlich schlechten Deutsch: „Die Judensrage ist von erleuchteten Geistern bereits nach so vielen Seiten hin erörtert worden, daß der Verfasser dieses Schristchcns es sich als Unbescheidenheit anrcchnen würde, ebenfalls an die Oesfcntlichkeit zu treten, wenn er nicht geglaubt hätte, insofern eine Liicke in der antisemitischen Litteratur entdeckt zu haben, als die historische Seite außerordentlich schwach vertreten ist. . . . Ganz allgemein

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