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Im deutschen Reich · 1901-12-01 · Heft 12 (Dezember 1901) · p. 659

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 12 (Dezember 1901)
Article
Die bayerischen Volksvertreter jüdischen Glaubens
Date
1901-12-01
Page
659 (sequence 1)
Language
German
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659 Die bayerischen Volksvertreter Indischen Glaubens. Von Dr. A. Eckstein in Bamberg. n. Dr. David Morgenstern 1814—1832).1) F^ugleich mit Arnheim-) war der am 7. Marz 1814 in Büchen- (D? bach bei Erlangen geborene David Morgenstern in die Kammer der Abgeordneten eingetreten. Auf den Universitäten von Würzburg und Erlangen, wo er im Corps Bavaria die Stelle eines Seniors bekleidete, hatte der strebsame junge Mann das Fachwissen sich erworben, das ihn befähigte, sich, später als Mitarbeiter juristischer Zeitschriften bemertlich zu machen. 2u Bamberg war er dann als junger Rechtspraktikant 1846—1847 in die Arena des politischen Kampfes eingetreten und hatte sich dort die Sporen eines Ireiheitsrcdners und Freiheitskämpfers verdient. In Fürth, wohin er darauf als Conzipient in die Kanzlei des Dt. Grünsfeld gekommen war, hob ihn eine Welle der mächtigen Bewegung, die 184.'s mit elementarer Kraft die Gemüther weiter Volkskreise auch iu Franken ergriff, empor in die Qeffentlichkeit und lenkte die Aufmerksamkeit der dortigen Wähler auf den jungen Nechtsgelebrten, der in Vereinen und Versammlungen, wie sie damals an der Tagesordnung waren, das scharfgcschliffene Schwert der Rede für die Rechte und Ansprüche des mündig gewordenen Volkes mannhaft zu gebrauchen verstand. Mit lebhafterem Temperamente begäbt als sein Glaubens- und nicht immer Gesinnungsgenosse Arnheim, tummelte er am liebsten das hohe Roß der Politik. Seine Reden, mag ihnen auch die Eleganz und die Sicherheit langjähriger Berufsparlamentaricr noch fehlen, sind immer von einem Ernst getragen, den das Bewußtsein eiugiebt, im Kampfe fürs Recht, wenn auch nicht als leitender Feldherr, im Vordertreffen zu stehen. Wie alle Idealisten feines Zeitalters und wie jeder Schmerzensiohn aus ] einem Stamme hatte er etwas vom Märtyrer an sich, der zu jedem Opfer für feine Neberzeugung und für seinen Glauben bereit und fähig war. Vor allem aber war er das, was man einen Charakter nennt. r) Quellen: Die stenographischen Berichte der LandragLverhandlungen und „Allg. Zeitung des Judentums" 1868, S. 17 ff. 2) Vgl. oben S. 307. Zu berichtigen: Kayserling: Gedenkblätter S 57 und B. Ziemlich: Die Kultusgemeinde Nürnberg, S. 6.

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