Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1901-11-01 · Heft 11 (November 1901) · p. 645

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 11 (November 1901)
Article
Jos. Feiner [Rezension]
Date
1901-11-01
Page
645 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2316602-2316676-2316687-2328623--08897-2328733
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Bücherschau. 645 dort gewonnenen Resultate ausgetauscht und vielleicht auch zujammengcfaßt werden. Dieses Der fahren ist ebenso pädagogisch berechtigt wie praktisch; denn eS fuhrt aus rein theoretischer Erörterung zur Ausführung und Anwendung der Verschlage, nachdem diese von und nach den verschiedenen Seiten geprüft worden sind. Das Thema für das laufende Jahr: „Kulturelle Bestrebungen innerhalb der deutschen Judenheit" hat Herr Realschullehrer Jos. Feiner in Hamburg behandelt und seinen Vortrag durch Drucklegung einem größeren Kreise zugänglich gemacht. Herr F. geht von der richtigen Beobachtung aus, das; die Optimisten unter den Juden kämpfen wollen und den Sieg erhoffen, während die Pessimisten rcßgmert verachten und Hilfe weit ab vem richtigen Wege jeden oder suchen. Daran schließt sich die wichtige Frage, was der jüdische Lehrer Zur Besserung der Schäden innerhalb der deutschen Juecnhcit vorzujchlag. u habe, und hieran wieder eine ernste Mahnung an die »Lehrer ielbst. Daß der Jugendbildner hierbei mitzuwirken habe und ihn eine schwere Verantwortlichkeit trifft, wird jedermann dein Verfasser zugeben; daß die Lehrer „nicht immer" darüber nachgedacht haben, daß sie nicht nur Schüler zu unterrichten sondern zu tüchtigen Menschen zu erziehen haben, möchte man nur zögernd einraumen, am liebsten verneinen. F. führt die Urteile bezw. Verurteilungen an, die einige Künstler und Schriftsteller über die Thätigkeit und Erfolge der Lehnhätigkcit ausaciprechen haben. Es bleibe dahingestellt, ob hier und anderer Orten nicht allzu schnell und einseitig geprüft und geurtheilt ist, ob man n:d't in der besten Absicht im Uebereifer verallgemeinert hat, was nur im beschränkten Maße zuirifft; der Lei-rer stand ist in der üblen Lage, Ilr-Heile über sich ergeben zu lassen, die individuell richtig sind, in ihrer Verallgemeinerung aber falsch werden. Trotzdem wird er sie als zutreffend ansehen, weil er nicht in den Verdacht gerathen mag. ans Bequemlichkeit alles zu lassen, wie öS ist, sondern weil die Abhilfe dmch den Fortschritt zu schaffen ist. Wer für diesen Fortschritt ist, muß in den varador scheinenden Ruf F.'s „zurück zu Pestalozzi" einstimmen. Rach einigen Ausführungen, die des Verfassers warmes und aufrichtiges Empfinden für die jüdische Schule und ihre Lehrer kennzeichnen, geht F. zur eigentlichen Behandlung des Themas und seiner Forderungen über. Er steht hierbei auf dem Standpunkt Martin Ruders, dessen Aufsatz in „Oft und West" ihm wie ein „Echo seiner Empfindungen" erschienen sei, und hofft, daß das von Ruders entworfene Jdealgebilde zur lebensvollen Wirklichkeit werden wird, wenn wir zu der Erkcnntniß gekommen sind, „daß wir mit der uns eingepaukten Phrase: Erziehung zum Wahren, zum Guten, zum

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.