Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 11 (November 1901)
- Article
- Berlin
- Date
- 1901-11-01
- Page
- 625 (sequence 9)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 625 — die Revolution — und einen gesetzlichen: den Kampf im Parlament." — Wenn solche Aeußerungeu von Judenfeinden ausgehen, übersieht das fromme Blatt die Neigung zur „Revolution" und föhnt sich sogar mit dem ihr sonst nicht sehr angenehmen „Parlamentarismus" ans! □ Charlottenburg, 7. November. Am 2. d. M. hat der Gründungs-Kommers des Vereins jüdischer Studenten zu Charlottenburg in dein mit den Farben des Vereins festlich geschmückten Saale des Restaurants „Thiergartenhos" unter Be- Lheiligung zahlreicher Gäste siattgesunden. + Sorau, 3. November. Das „So ran er Tageblatt" schreibt: „Obwohl in Rußland (Polen) und Test rreich (Galizien, Bukowina rc.h viele Juden dem landwirtbschasNichen Berufe angeboren, wird in Deutschland, wo vorläufig nur ein,verhältnismäßig geringer Prozentsatz von Juden sich mit der LandwrNbschast besaßt, vielfach die Oualisifielung der Juden für dieselbe angezweiselt. Es dürfte daher wfttero Kreise interessieren, daß ganz in unserer Nähe einem Landwirth des Sorauer Kreises, dem R.ttergutsbesitzer Dr. Papitsky, in Äablenz bei Gassen die Ausbildung jüdischer Landwirthe völlig gelungen ist. Dr. Papilskp beschäftigt auf seinem, bekanntlich sehr intensiv bewirthschafteten RiLtergute u. a. einen Knecht, eine Wirthschafterin, eine Futtersrau und drei Eleven, die sammrlich Juden sind. Bemerkenswert!) ist, daß die letzteren, obwohl sie den gebildeten Ständen angehören und sogar mehrere Sprachen bcberrsch'^. mir den Knechten wacker Mitarbeiten und sich ihren 'Aufgaben mit großer Liebe und Gewissenhaftigkeit unterziehen, indem Herr Dr. Papilskp in 33e.ni3 auf Ausbildung jüdischer Eleven von der zweifellos richtigen Ansicht ausgcht, daß Söhnen von Nicht-Landwirtbcn das praktische Können in gleichem Maße beigebracht werden muß, wie das theoretische Wissen. v) Stettin, '3. November. Ter Pfarrer Krösell aus Klcxin, der als antisemitischer Wanderredner, besonders in Sachen des Konitzer Moides, sowie als Veranstalter antisemitischer Versammlungen in der Provinz Pommern und darüber hinaus von sich reden gemacht hat, Halle sich am 1. November vor der I. Strafkammer des Kgl. Landsgerichts zu Stettin in der Berufungssache wegen Hausfriedensbruchs zu verantworten. Das Gericht nahm aus Grund der Beweisaufnahme Zwar nicht an, daß unsittliche Motive die Veranlassung zum nächtlichen Eindringen des Pfarwers in das Zimmer der Wirtbjchafterin seines Gafisreundes gewesen waren; ein Hausfriedensbruch liege aber dennoch