Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 11 (November 1901)
- Article
- Konitz
- Date
- 1901-11-01
- Page
- 600 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2316602-2316676-2316687-2328595--08801-2328688- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
600 Im deutschen ReichsuchungSbeamten im Könitz er Mordprozesse gekauft worden. Alle Anzeichen deuten darauf hm/' Das, meine Oamen und Herren, darf man preußischen Beamten, die ihre Schuldigkeit thun. sagen, ohne daß.eingeschritten wird, (nti Sozialdemokrat ist cs allerdings nicht, der es gesagt hat — es war Herr Liebermann von Sonnenberg! Wenn man diese Angriffe sieht, von denen, wie ich Ihnen wiederholt erwähnte, ich immer nur eine kleine Blumenlese gegeben habe, so wird man sich nicht wundern können, daß diesen Leuten jedcö Mittel recht ist, um Geschäfte zu machen, daß sie nicht müde werden, ihr Deutfchthum Zu betonen und sich als Säulen echten und wahren Deutschthums Hinzustetten, sie, die sich nicht schämen, mit solchen Dingen ihr Vaterland vor dem Auslande bloßznstellen und zu blamieren. Es ist kein Wunder, daß in belgischen und französischen Blättern mit einem gewissen Behagen darüber berichtet wird, daß die Volkostimrae die richterliche Autorität anklagt, den wahren Verbrecher nicht finden zu wollen und absichtlich falsche Spuren zu verfolgen! Wir jeden hier, wie diese, und ich darf das Wort in diesem Zusammenhang gewiß gebrauchen, wie diese thatsächlich vaterlandslofen Gesellen bereit sind, ihr Vaterland ohne weiteres zu kompromittieren. Es ist das dieselbe Gesellschaft, die, als der Dreyfus-Nnmmel auf der Höhe stand, nicht müde wurde, mit dem französischen Geueralstabe zu fraternisieren, welcher die deutsche Negierung im Prozeß bloogestellt und Behauptungen ausgestellt batte, die von deutscher amtlicher Seite als erlogen hingeftellt waren. Das hinderte diese Blätter nicht — denn es ging ja gegen einen Inden Drevfus — den französischen General-, stab im Glorienschein erstrahlen zu lassen! Und genau so blamiert die Gesellschaft täglich unser Vaterland vor dem Anslande, wenn es ihr Geschäftsinteresse mit sich bringt. Die Wirkung aber, diese unangenehm zu empfindende Wirkung ist dem Aus lande gegenüber vorhanden. Noch viel unheilvoller und schädlicher indessen war die Wirkung nach i n n e n. Das Ansehen der Behörden ist naturgemäß durch solche Angriffe geschmälert worden, denn Schlimmeres kann man deck schließlich den Beamten kaum sagen, schlimmere Pflichtverletzung umen unmöglich vorwerfen, als wenn man behauptet, richterliche Beamst verfolgten bei der Ermittelung wegen des- Verbrechens des Morde-! absichtlich falsche Spuren, sie wollten nicht, daß der Thäter gefaßt! werde, sie seien käuflich, und wie die kecken Verleumdungen der Le-z amten alle lauteten! Die'Achtung vor der Autorität ist gründliche untergraben worden.