Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1901)
- Article
- Geschichtliche Erinnerungen aus Pernambuco
- Date
- 1901-10-01
- Page
- 529 (sequence 1)
- Language
- German
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529 Geschichtliche Knunerrrngen aus 'AernaMbueo. Are Juden. Von Pereira da Costa*). Die Juden, Israeliten oder Hebräer haben bereits frühzeitig bei uns eine bedeutende Kolonialgemeinde gebildet. Nicht nur durch ihre numerische Stärke, sondern auch durch ihren Neichthum übten sie ein Uebergewicht und einen Einfluß aus, die ein unvermeidliches Ergebniß ihrer Intelligenz, Arbeit- und Sparsamkeit waren. Diese Eigenschaften haben den Juden zu bedeutendem Vermögen verholfen, welches sie zu kaufmännischen, industriellen und verschiedenen anderen Unternehmungen verwendeten oder in hervorragender Weise in städtischem und ländlichem Grundbesitz festlegten. Intelligent, arbeitsam und zu jeder kaufmännischeto und industriellen Beschäftigung befähigt, ein zurückgezogenes und bescheidenes Leben führend, gelangten die Juden in kurzer Zeit zu Vermögen, und genossen ihren Neichthum in der Art, wie sie das Leben betrachteten, abgeschlossen von der Gesellschaft, in deren Mitte sie wohnten, lieber die Welt zerstreut, herumirrend und ohne Vaterland, fast überall gehaßt in Folge der Vorurtheile, die sich aus ihrer Beharrlichkeit im religiösen Glauben gebildet hatten, waren die Juden Opfer aller möglichen Anschuldigungen geworden, welche von der Intoleranz der katholischen Länder, in denen sie lebten, ersonnen waren und sie zur Auswanderung und zum Aussuchen solcher Himmelsstriche zwangen, die den Israeliten ihre religiöse Freiheit, ihr Wohlergehen und ein ruhiges Leben gewährleisteten. In Portugal, wo die jüdische Bevölkerung außerordentlich zahlreich war, zusammengesetzt nicht nur aus eigentlichen Juden, *) Unsere langjährigen treuen Dereinsmitglieder, die Herren Krause <L Co. in Pernambuco sandten uns diesen Artikel, welchen der Präsident des dortigen Archäologischen Instituts, Herr Pereira da Costa in dem „Diario de Pernambuco“ vom 14. Juli. d. I. veröffentlichte. Sie fügten hinzu: „Heute leben wir hier in einem Freistaat, in welchem die Kirche ganz vom Staate getrennt, also der Antisemitismus ausgeschlossen ist. Sie ersehen aus dem eingesandten Artikel, daß es auch hier früher anders war, obwohl gerade hier die Juden einen außerordentlichen Einfluß auf den Fortschritt und die Wohlfahrt des Landes ausübten. -