Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1901)
- Article
- Das Schächtverbot in Sachsen
- Date
- 1901-10-01
- Page
- 524 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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024 IQ. Aas SHäHiverSsL i« Sachsen. M^n einem „Wie lange noch?" verschriebenen Artikel hat sich die „Deutsche Tageszeitung" am 17. August mit dem „Schachtverbot in Sachsen" beschäftigt und dabei bedauert, daß bei der jüngsten Tagung der deutschen Fleischer in Rostock der Antrag der sächsischen Fleischerinnungen, „eine Ausdehnung deö Schächtverbots auf das Deutsche Reich herbeizuführen", abgelehnt worden sei. Begründet wurde jene Ablehnung durch die Erklärung, daß die Angelegenheit noch nicht hinreichend aufgeklärt sei. Maßgebend für den Mißerfolg der Fleischerinnungen Sachsens war aber wohl auch die Thatsache, daß auf dem vorher in Burgstädt abgehaltenen „Bezirkstag der sächsischen Fleischerinnungen" jener Antrag nur dadurch zu Stande gekommen war, daß die meisten bei der Angelegenheit wenig oder gar nicht interessierten Innungen den Antrag der durch den Verlust einer zahlreichen jüdischen Kundschaft schwer geschädigten Leipziger Fleischerinnung auf Aufhebung des Schächtverbots im Königreich Sachsen abgelehnt hatten. Die „Deutsche Tageszeitung" spricht nun die Befürchtung aus, daß die Bemühungen, eine Aufhebung des „Schächtverbots in Sachsen" zu erwirken, früher oder später wieder ausgenommen werden dürsten und daß die sächsischen Israeliten die Angelegenheit zu gegebener Zeit wieder anregen würden. Dabei verweist das Agrarrerblatt darauf, daß in der „Geschichte der Juden in Sachsen" von Alphonse Levy*) ausdrücklich gesagt worden sei: „Dem katholischen Königshause Sachsens könne es unmöglich unbekannt geblieben sein, daß das katholische Centrum im deutschen Reichstage das Schächtverbot als Beeinträchtigung religiöser Einrichtungen grundsätzlich verwerfe." Obgleich die „Deutsche Tageszeitung" ausdrücklich diese Stellungnahme des Centrums für die sächsischen Verhältnisse als „bedeutungslos" bezeichnet, legt sie doch offenbar jenem von ihr scharf getadelten Hinweis selbst wesentliche Bedeutung bei, da sie denselben in einer weitschweifigen Erörterung zu bekämpfen strebt und sich auf die von allen jüdischen Autoritäten widerlegten Aeußerungen *) „Geschichte der Juden in Sachsen". Von Alphonse Levy. Verlag von S. Calvary & Co., Berlin. 1890.