Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1901)
- Article
- Das Ergebniß der Blutmord-Umfrage des germanischen Volksbundes
- Date
- 1901-10-01
- Page
- 518 (sequence 5)
- Language
- German
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als die letzten Zeloten nach der Tempslzerstörurrg sich in der Festung Masada auf dieselbe Weise den Tod gaben, uni nicht in die Hände der Römer zu fallen." (Grätz, Geschichte der Juden, 2. Aust. VI, 246). Man sieht also, daß nicht nur den Inden in England am Ende des 12. Jahrhunderts die Vorstellung der Selbstopferung und der „Ehre" durch den Rabbiner geopfert zu werden, geläufig war, sondern daß auch dem jüdischen Normal-Geschichtsschreiber in der Mitte des 19. Jahrhunderts das Herz bei diesen Erinnerungen aufgeht, und daß er ähnliche Vorstellungen bei seinen Lesern voraussetzt." Wir können Dr. Gisse dankbar sein, daß er uns den ergreifenden Vorgang in die Erinnerung zurückrust. Mehrere Verfasser führen als Beweis für das Vorkommen von Ritualmorden an, daß „in vielen Gegenden auch bei den Christen sich Aberglauben der schlimmsten Art findet." Warum alfo bei den Juden nicht? Also Professor vr. Steffens, Leipzig. Im Uebrigcn dociert der Herr Professor folgendermaßen „Die Möglichkeit, daß ein solcher Aberglaube unter den Juden vorhanden ist, muß von jedem zugegeben werden. Don der Wahrheit der Beschuldigung, weil bisher noch nicht. erwiesen, darf überhaupt noch nicht gesprochen werden. Es können daher nur vage Vermuthungen in Frage kommen. Sie sind zunächst ohne Nutzen. —" Die meisten Gutachter machen sich den Beweis nicht eben schwer. Der eine erklärt, daß-circa 206 Vlutmorde erwiesen sind, ein anderer, daß er von der Existenz der Blutmorde so fest überzeugt ist, wie von seiner eigenen Existenz. Der Mann^existiert also garnicht, was um so wahrscheinlicher ist, als e: nur mit seinem Anfangsbuchstaben unterzeichnet ist. . Die meisten berufen sich auf die Ritualmorde in Trient 1475, DamascuS, Sturz, Lünten, BreÄau, Könitz, Polna. Man sollte meinen, daß Männer, die sich Lei jeder passenden und ««paffenden Gelegenheit als die Erbpächter wahrer christlicher Gesittung ausgeben, sich schämen sollten,, auf die durch die entsetzlichsten Foltern erpreßten Geständnisse zurückzugreifen, wie sie angeklagten Juden im Mittelalter z. B. in Trient und später in Damascus abgerungea wurden. Weit gefehlt! Mit großem Scharfsinn verwahrt Herr Dr. Bachler „unsere christlichen Vorfahren dagegen, dH sie viele Jahrhunderte hindurch, zumal im sogen, „finstern Mittelalter" allesammt Narren und Schurren gewesen sind. Es sollte ein Blick Z. 8. auf die heute unerreicht dastehenden Bauwerke des Mittelalters uns lehren, daß die damaligen Deutschen Leute waren, vor denen man alle Achtung haben muß." Wiederum ein glänzendes Beispiel antisemitischer Logik:'