Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1901)
- Article
- Oberlandesgerichtspräsident Hagens in Frankfurt a. M. und der Antisemitismus
- Date
- 1901-10-01
- Page
- 510 (sequence 4)
- Language
- German
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510 5;;; MM.g 7 ikk Bei der Ueberfüllung des Bezirks Mt Referendaren und Ler großen Zahl der auf llnstellung im Staatsdienste wartenden Assessoren, kann die Neuaufnahme von Kandidaten, Welche sich dem Staatsdienste widmen wollen, im diesseitigen Bezirke zur Zeit nur in beschränktem Umfange stattfindsnA Wenn die Kandidaten hierauf erklärten, daß ihr Streben eine Anstellung im Staatsdienste nicht auLfchloß, wurde ihre Ernennung Zum Referendar verweigert. Immerhin giebt e§ im Bezirke des Herrn Hägens eine Anzahl von Referendaren, welche bk geforderte Erklärung abgegeben haben und dann zunächst ausgenommen worden sind. Möglich, daß sich hierunter der 'Faritüt halber auch ein Ehrist befindet; überwiegend werden es Juden sein. Das Verfahren LeZ Herrn Hägens ist nun Cj; instand der Erörterung in der Tagespresse geworden, weil LZ ans fiel. Laß gerade jüdische, im Frankfurter Bezirke einheimische Referendare in anderen Landestherlen - in bemerkenswerthrr Zahl austauchtem^ Dieses Auf- Lauchen konnte, wie gezeigt, dreierlei Oründe hüben: Zurückweisung wegen MchtzugehörigLeit, wegen Ueberfüllung oder ise-ren zu hohen Streöens. Laß auch mancher Frankfurter Kandidat, der sich einen Korb nicht holen wollte, Herrn Hägens erst gar nicht bemühte, sondern direkt.nach außerhalb ging, wird Niemanden befremden. Ebensowenig wird es ausfallen, daß, als die Anfrage des Herrn Hägens nach dem StreLensziele des Kandidaten bekannt wurde, einzelne Kandidaten der Einfachheit halber ihre- Absichten schon von vornherein ungefragt kundgaLen. Herr Hägens sah sich auf Anzapfungen in der Lagespreffe nun genöthigt, folgende, im wesentMen den Lhatbcstand Lestätigende Berichtigung zu erlassen: 1. „Von den im Bezirk des Oberlandesgerichts angenommenen 2ä§ Referendaren gehören nicht weniger als 42 kr jüdischen Religion an. 2. Der Andrang Zur Justiz, namentlich -seitens der jüdischen Kandidaten, ist hier äußerst groß. In Folge der Ueberfüllung sind 'insbesondere in der RichLerlaufbahn die Aussichten weit. ungünstiger als in anderen Bezirken, so daß- Kffefforen bis zu 10 Jahren auf Anstellung warten. 3. Wegen Ueberfüllung mit Referendaren (§ 15 Los Regulativs vom 1. 5. 1883) Lin ich daher genöthigt, eine Anzahl von i '"k&aten Zurückzuroeisen.