Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 9 (September 1901)
- Article
- Konitz
- Date
- 1901-09-01
- Page
- 484 (sequence 2)
- Language
- German
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icaljuicn Reich. für Medizinal-Angelegenhsiten bei der Regierung in Danzig. Wie die Ostd. Tageszeitung berichtet, wurde ein besonderes Ergebniß nicht erzielt. — Das antisemitische „Konitzer Tageblatt" schrieb vor einigen Wochen, die israelitische Familie Prinz, die Wittwc Prinz und ihre Seiden Söhne, deren einer, der „dumme Alex" genannt, vor der Auf. findung der Winter'schen Leichentheile schon erzählt habe, daß Winter -Lurch mehrere jüdische Kantoren abgeschlachtet wurde, sei nach Amerika auögewandert. Dazu bemerkt das Antisemitenblatt: „Man fragt sich bei dieser Nachricht unwillkürlich, wer mag den bis dahin notorisch armen Leuten das Reisegeld gegeben haben? - Bekanntlich rostet eine Reise über das große Wasser einen ziemlichen Batzen Geld, und weiterhin müssen die Europamüdeu neuerdings im Besitz einer bestimmten, nicht ganz unbeträchtlichen Summe bei ihrer Ankunft drüben fein, da die amerikanische Regierung europäische Hungerleider nicht mehr haben will. Wo hat nun die Familie Prinz dl dies Geld so plötzlich hcrbekommen?!!! Sollte nicht vielleicht die Alliance ZSraelite Näheres darüber wissen?" Auf diese ironische Frage ertheilt die Ostd. Tageszeitung die Antwort: „Die Familie Prinz wunderte nach Amerika aus, weil ein dort ansässiger begüterter Sohn sich seiner bejahrten Mutter und seiner Geschwister annahm und in ausgiebigster Weife für sie sorgen will. — Auch der Zahnheilkundige Max Meibauer in Könitz siedelt nach Amerika über. So verläßt ein „Zeuge" trüber Zeit nach dem andern die Stadt Könitz". — Dasselbe Blatt schreibt aus Anlaß des Abschirdskommerfes, der diesem Herrn am 14. Sept. von seinen antisemitischen Parteigenossen bereitet wurde, von Max Meibauer: „In den letzten Zähren ist sein Name auch über Könitz hinaus bekannt geworden. Er war es, der als ein hervorragendes Mitglied der sogenannten „Rebcnuntersuchungs- Kommifßon" in der Konitzer MordaMre auf seinem Stahlroß von Dorf zu Dorf fuhr und unter der Bevölkerung die „Druhnsche SuggeftiLn" weiterverpflanzte. Ihm hatte ein hiesiger Kollege einen Prozeß wegen des Doktortitels zu verdanken. Er war es, der die vertraulichen Unterhandlungen mit der Familie MaSloff pflegte und spater auch der armen Martha Masloff 10 Mark aus dem Winterdenkmalfouds übermittelte. Er war es, der am 28. Juli 1900 die beleidigende Karte an den Kgl. Baurath Hense! in Hüdesheim Unterzeichnete. Die aus letzterer That entsprungene Strafsache wird nächstens vor dem Kgl. Schöffengericht in Hildesheim zur Verhandlung gelangen." — Ferner berichtet die „Ostd. Tageszeitung" Wer den unerwarteten Lohn, den eine eifrige Antifemitin in Fischhausen .geernte that./ Wegen Beleidigung des dortigen Schöffengerichts ist Frau