Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 9 (September 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-09-01
- Page
- 470 (sequence 7)
- Language
- German
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470 fesiiföc» Hilftdie erbauliche Erklärung: „Wir verlangen von reinen: Mitgliede ein bestimmtes Glanöensbckenntniß; allerdings nehmen wir keine Inden auf". Mit diesem an den Rockschößen der „Deutsch-Sozialen" hängenden Handlungsgehilfen-VerLand hat sich im verflossene« Monat die Eisenacher Generalversammlung des CentralverLandes deutscher Kaufleute und Gewcrötreibeuder sehr eingehend beschäftigt. Der Referent. Stadtverordneter Tripp-Kassel, erklärte, daß weder der Hamburger Verband der HandlungskommiS, noch der Verband deutscher Handlungsgehilfen in Leipzig jemals in dieser agitatorischen Weise hervorgetreten seien; die Prinzixalität habe daher «Le Veranlassung, Stellung zu de« sogenannten „sozialpolitischen" Bestrebungen des Deutschnationalen HandlungsgehilfeuverLaudes zu nehmen. Er meine, es sei Pflicht der Chefs, bei dem Engagement von Angestellten nrach dieser Richtung hin vorsichtig zu sein und zu erwägen, ob es sich mit den Interessen des Geschäfts vertrage, wenn man Angestellte engagiere, die nur ihre eigenen Interessen im Kopfe hätten. Auch andere Redner sprachen sich in scharfen Worten gegen die Bestrebungen der Deutschnatioualen aus. Von einer Beschlußfassung zur Sache wurde aber abgesehen; es soll vielmehr jedem einzelnen Derbandsmitgliede überlasten bleiben, wie es sich mit der Angelegenheit absindeu will. Während trotzdem noch immer zahlreiche junge Kaufleute irrthumlrcher Weise ihre Standcsrntereffe» zu fordern glauben, wenn sie sich zu Schleppenträgern einer antisemitische» Fraktion machen, beginnt man in den Kreisen der Handwerker bereits über den Werth der antisemitischen Mittelstands-Rettungsversuchs klar zu werden. Ei» JnnungsLlatt, die „Deutsche DachLrLerzritung", das'Organ des „Bundes deutscher Dachdecker-Innungen", rechnet mit diesen zweifelhaften Mittelstandsfreunden in der nachstehenden derben Weise ab: „Sie find noch immer frech und rede» noch immer vorn „Schutz der nationalen Arbeit", den sie „versprochen" haben. Gewiß: Geschrieen und randaliert hat diese impotente Gesellschaft genug. Hat sie aber auch irgend etwas zu Stande gebracht? Nein! Syrup hat sie de» Leuten auf die Nase gestrichen, gemeinen Syrup — der Honig war ihr zu theuer. Und weshalb? Nun, weshalb anders sonst, als um in die Taschen der Syrupbeklecksien laugen zu können, während die sich das Maul wischten." Zu dieser Lcußerung bemerkt das „Berliner Tageblott": „Das ist derb und mehr als derälich, aber — und das ist die Hauptsache — es ist dir Wahrheit. Leber, den Ton mag man streiten; daß den Antisemiten kein Unrecht geschieht, steht aber außer Zweifel". Daß die.deutsch-nationalen Handlungsgehilfen sich von dem Un-