Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 8 (August 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-08-01
- Page
- 428 (sequence 3)
- Language
- German
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Vorgehen auf dem neutralen Boden des Central-Vereius - möglich und ob es-richtig sei, sich als Student dem Vereine auzuschließen. Dies möge man sine ira et'studio erörtern, den Blick fest auf das Ganze gerichtet und davon überzeugt, daß der Central-Verein geeignet sei, alle Gegensätze zu mildern und ein Centrum zu bilden, in dem sich alle Radien treffen. Herr Prof. Dr. Landau bekämpfte den Vorschlag, die Rednerliste zu beschränken, da es sicher wünschenswert!) sei, von der unter den jüdischen Studierenden obwaltenden Stimmung genaue Kenntniß zu erlangen. Damit war die Versammlung einverstanden. Der Vorschlag, mindestens die drei zunächst gemeldeten Redner Zu hören, fand Annahme und wurde später dahin erweitert, daß auch 'die übrigen bis dahin gemeldeten Redner- Zum Worte gelangten. Herr Studiosus Eschelbach er erklärte, daß Herr Alfred Schlomann nur seine persönliche Meinung kundgegeben und nicht als offizieller Redner des jüdischen Lheils der Finkenschaft gesprochen habe. Herr Lr. Heinrich Lowe entwickelte hierauf, sein Programm, das mit dem des Vereins der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens deshalb nicht-übereinstimme, weil in diesem das Gewicht auf die,Glaubensgemeinschaft und nicht auf das gemeinsame Volksthum gelegt werde. Bei den Abwehrbestrebungen könnten seine Freunde mit dem Central-Verein Hand in Hand gehen, aber nicht daraus verzichten, in ihrem nationalen Programm die Zukunft des jüdischen Volkes zu erblicken. Sie könnten sich nicht mit Len Zielen Lestcunden, die smon in dem Namen des Central-Vereius deutscher Staatsbürger jüdischen'Glaubens angedeutet seien, weil cs ihnen -auf den Glauben weniger ankomme als auf die Nationalität. Während die anwesenden Zionisten dem Redner stürmischen Beifall spendeten, ertönte von-der andren Seite ebenso lebhafter Widerspruch. Herr Br. Horwitz ent* gcgneLe, Laß der Central-Verein schon aus ästhetischen Gründen den Namen „jüdischen Glaubens und jüdischer Nation" nicht anuchmcn werde, auch wenn die Genossen des Vorredners an dem bisherigen Namen Anstoß nehmen sollten. Von einem Gewffstnbzwang sei im Central-Verein keine Rede; ihm 'gelte als Jude, wer sich als Jude bekenne, wer, wenn er sein Nationale angeüen müsse, offen erkläre, daß er Jude sei. Im Central - Verein fänden sich alle zusammen, welche deshalb ' angegriffen würden, weil sie' sich als Anden bekennen, gleichviel, ob siesich als Deutsche jüdischen Glaubens oder als Deutsche jüdischer Nationalität bekennen, ob sie sich als jüdische Deutsche oder deutsche Juden fühlen.' Das Spielen mit Worten , sei zwecklos, auch der Name nicht die Hauptsache, wenn nur in der Sache, der gemeinsamen Abwehr sich keine Gegensätze