Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 8 (August 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-08-01
- Page
- 427 (sequence 2)
- Language
- German
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welche die Worte bei einem Theile der Anwesendenhervorgerustm hatten, veranlaßte Herrn Rechtsanwalt Dr. Fuchs Zu einer mit lebhaftem Beifall aufgenommeuen Erklärung, in welcher er Folgendes ausführte: Es halten mehrere dem akademischen Lehrkörper angehörende Vorstandsmitglieder gegen die Veranstaltung dieser Lersaunulung Dedenreu kundgegeben, welche die Vorsitzenden des Central-Vereins von der Veranstaltung nicht abgebracht haben, weil fie das Vertrauen in die jüdischen Studierenden setzten, daß sie alle ParteiunKrschiede bei Seite legen würden, um eiumütyig mit dem C.entral-Verein zu berathcn über das, was die gemeinsame Noth erheischt. Dieses Vertrauen möchten die Anwesenden nicht Zuschänden machen. Dem Vorredner' erwidere er, daß es würdelos sei, den Juden zu 'rathen,' zunächst Selbstzucht Zu üben und dann erst Selbstverteidigung. „Wir sind, wie wir sind «und so muß mit uns ausgekommeu werden!" Der Central- Verein wende sich an die gebildete jüdische Jugend,.weil er aus dieser Mitkämpfer und Nachfolger für diejenigen zu gewinnen hoffe, die jetzt bei der Abwchrbewcgung in den vordersten Reihen der Kämpfer stehen. Die Streitigkeiten, welche innerhalb der jüdischen Studentenschaft obwalten, möge dieselbe unter sich ausmachen, hier aber auf dem gemeinsamen neutralen Boden des Central-Vereins nur in Erwägung Ziehen, wie sie sich an der großen Frage der Abwehr der gegen die Gleichberechtigung der Juden gerichteten Angriffe betheiligen könne, damit der Ccntral-Derein in die Lage komme, mit den Studierenden diese- Frage so Zu behandeln, wie-es sich unter Männern zieme. Nachdem ein Antrag des Herrn M. A. Klausner auf Berufung Von General- Rednern für die verschiedenen studentischen Sektionen abgelehnt, der Antrag auf Beschränkung der Rednerzeit auf 10 Minuten aber Annahme gefunden hatte, erhielt der Studierende des Maschinen-Jngcnieurwesenö Herr Alfred Schlomann das Wort und erklärte, daß der im Dortrüg des Herrn Dr. Horwitz -berührte antisemitische Konflikt an der Technischen Hochschule zu Charlottenburg nur eine ganz vereinzelte Erscheinung darstelle, während im übrigen das Verhältniß zwischen den jüdischen und christlichen Studierenden an dieser Hochschule ein sehr gutes sei. Die Bestrebungen des Central-Vereins seien gewiß sehr schätz enöwerth, aber es sei keine Veranlassung vorhanden, sic in die Studentenschaft HLncinZutragen. Die studierende Jugend dürfe sich nicht in politischen und religiösen Angelegenheiten auf einen einseitigen Standpunkt stellen und sich frühzeitig auf denselben festlegcn. Herr Or. Horwitz bat, von dem Thema des Tages nicht abzuschweifcu, sondern nur sich mit der Erörterung der Frage Zu beschäftigen, ob für die jüdischen Studierenden bei der Abwchröewegung ein gemeinsames