Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 8 (August 1901)
- Article
- Warschau
- Date
- 1901-08-01
- Page
- 426 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Bombe zerschmettert. Das Leichenbegängniß - des heldeumüthigeri jungen Mannes gestaltete sich zu einer..eindrucksvollen Kundgebung: die Regimentskapelle spielte Trauermarsche, die Leiche ruhte auf einer Laffette und der jüdische Leichenwagen folgte leer nach. Die dienstfreien Truppen und Geschütze folgten; inn Zuge befanden sich alle zur Zeit in Warschau anwesenden Generäle und höheren . Offiziere. Der Synagogenchor sang die althergebrachten Gebete. Der gerettete General war mit seiner ganzen Familie anwesend und hielt unter Thränen eine tief, ergreifende Rede. Die Leiche erhielt einen Platz in der Ehrenreihe des Friedhofes. DsreßKsrrclchrichtoK. V7|er Central-Verein hatte alle deutschen jüdischen Glaubens, 4V; welche an einer deutschen Hochschule studieren oder studiert haben, zu einer Versammlung eingeladen, welche am Sonntag, den 23. Juni im Saale des Hotel Jmpsrial, Berlin S/W., Enckeplatz 4—4a, abgehalten wurde. Herr Rechtsanwalt Or. M. Lövinson erLffnete die Sitzung um 12 Uhr 20 Minuten mit einer kurzen Begrüßung der Versammlung und ertheilte daun Herrn Rechtsanwalt Or. M. Horwitz das Wort zu einem Vorträge, welchen wir an leitender Stelle, zum Abdrucke bringen. Das zahlreiche Auditorium, welches den geräumigen Saal bis auf den letzten Platz füllte, folgte Leu Ausführungen des Vortragenden, welche etwa dreiviertel Stunden in Anspruch nahmen, mit sichtlichem Interesse und gab am. Schluffe der Rede seine lebhafte Zustimmung in studentischer Weise Lurch Trampeln und langanhaltenden Beifall kund. Nach Eröffnung der Diskussion suchte Herr Studiosus Ernst Heilmann in längerer Rede eine geschichtliche Darlegung ^der Entstehung des Antisemitismus an der Universität zu geben, um nachzuweiseu, daß die jüdischen Studenten Grund-hätten, den Zusammenschluß älterer Männer zwar willkommen zu heißen, aber nicht selbst als Studenten AchnlicheS Zn versuchen und sich von den andersgläubigen Studenten übzufchlicheu. Der Redner trat unbeirrt durch lebhaften Widerspruch für das Zusanrmenwirren der jüdischen und christlichen Studenten in sozialwrffenschaftlichen- Siudentenvereinen und in der Fiukcnschaft ein, von welchem er einen Rückgang der antisemitischen Vorurtheilc erwartet. Die Mißstimmung.