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Im deutschen Reich · 1901-08-01 · Heft 8 (August 1901) · p. 425

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 8 (August 1901)
Article
Warschau
Date
1901-08-01
Page
425 (sequence 1)
Language
German
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religiösen Inden unS. der urcistLnä nicht zur Predigt gehe, . und äußerte zu den Anwesenden: „Euer Heiland, deu^ihr anbetet und verehret, ist nichts als ein schlechter Jude, ein umgetaufter Jude, der von seinem Glauben abgefallen ist. Diese Worte riefen allgemeine Entrüstung hervor. Schrciuermeister Kurz war unterdeffen zu den Gästen gekommen und hatte diese verletzenden Worte gehört. Lehrer Elaß versuchte eine Zurücknahme derselben zu erreichen,, worauf Zirndörfer sie noch wiederholte . . Kaufmann Knoll, der die große Aufregung bemerkte und nach dem Grund derselben fragte erhielt von dem Angeklagten auch die Aercherunz wiederholt. Trotz der zunehmenden Erbitterung führte Zirndörfer sich nur noch herausfordernder auf, indem er sagte: „So, jetzt gefällt mir die Gesellschaft gerade, jetzt zünde ich mir erst recht eine Pfeife an und trinke noch einen Schoppen". Seine Angaben, daß die ganze Gesellschaft, mit Ausnahme des Gräter, nett angeheitert gewesen sei, wird von. sämmtlichen Zeugen unter Eid als unrichtig bezeichnet. Der Angeklagte wird wegen eines Vergehens der Gotteslästerung zur Gefängnißstrafe von 2 Monaten verurtheilt und zur Tragung der Kosten verpflichtet." — Zirndörfer soll zwar im Laufe des Gesprächs gereizt worden und angetrunken gewesen. sein, trotzdem hat er die Strafe wohl verdient. Der Jude soll Achtung für seine religiöse Ueberzeugung fordern; wenn er aber die religiöse Ueberzcnguug Anderer kränkt, verletzt er nicht nur das Landesgesetz, sondern frevelt auch gegen . seine eigene Religion. Dafür giebt es keine Entschuldigung! — Aus ähnlichen Gründen wie in dem erwähnten Falle hat die Strafkammer in Essen den hochbetagten jüdischen Handelsmann Abraham Hu mb erg aus Haltern zu 2 Monaten Gefängmß verurtheilt. Derselbe soll am 31. Juli v. Js. in der Nottebohm'fchcn Wirthschaft beschimpfende Redensarten über Christus geführt haben, nachdem in einem Streit beim Kartenspiel sein Gegner sich auf seine christliche Gesinnung berufen hatte.. Es ist dringend zu wünschen, daß solche tiefbedauerliche Fälle unseren Glaubensgenossen zur ernsten Warnung dienen! ❖ WsrschaA, 5. August. Bei dem aus dem' UeLungsplatze zu Renbertow ' kürzlich veranstalteten Artilleriescharfschießen war, ob mit Absicht oder aus Versehen, ein Geschütz auf den Hügel gerichtet, auf welchen? der GeneralftaL Aufstellung genommen hatte. Ein jüdischer'Artillerist, Israel Daczkswöky aus Wilna bemerkte dic-o, warf sich, da schon der Schuß aufolitzte, und eine Warnung nicht mehr-' möglich war, mit aller Wucht gegen den kommandierenden General und wurde selbst im nächsten AugenbiiL von der einschlagenden

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