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Im deutschen Reich · 1901-08-01 · Heft 8 (August 1901) · p. 420

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 8 (August 1901)
Article
Berlin
Date
1901-08-01
Page
420 (sequence 7)
Language
German
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420 Im deutschen Reich. Spuren des Blutaberglaubeus nachgeht!" — In der „Inderin und Moureria" Lissabons, der ehemaligen „Juden und Maurenstadi" wird heute kaum jemand auf Juden oder Mauren stoßen, die dort vor ihrer Ausweisung in früheren.Jahrhunderten .gewohnt haben, heute aber nur in ganz verschwindender Anzahl in Lissabon und dort auch nur in ganz neuen Stadtvierteln Zn finden sind. In der „Juden, straße" in Berlin stehen heute Gerichtsgebäude und das Rathhaus und ebenso hat der Name „Inderin" für Lissabon heute nur eine geschichtliche Bedeutung. Das konnte der Redaktion des Liebermann'schen Blattes nicht unbekannt sein, aber sie thut natürlich gern ein klebriges für die Verbreitung das der antisemitischen Partei Zu Verdummungszwecken — so nützlichen „Blutaberglaubens". In der Strafsache gegen den Verlagsbuchhändler De Wald, der beschuldigt wird, durch die in seinem Verlage erschienenen beiden Ansichtskarten über die „Blutmorde" in Könitz und Polna jüdische Religionsgebräuche beschimpft zu haben, wurde der auf den 6. August 'angesetzte Termin auf Antrag es Vertheidigers aufgehoben, der ein umfangreiches Bcweismaterial beizubringen beabsichtigt. (!) A Laudsöerg a. W., 1. Juli. Der Konkurs des hiesigen Lederhändlers S.' Deutschmann hat den kV.-Korrespondenten der „Staatsbürger Ztg.", (der zweifellos mit den Redakteur des früheren hiesigen Antifemitenblattes Paul Werner identisch ist), Zu einem Bericht veranlaßt, welcher die Sachlage in tendenziöser Weise entstellt. Daß die hiesigen Juden fieberhaft thätig gewesen, die Sache aus der Welt zu schaffen, stimmt nicht; vielmehr'ist der Konkurs auf Betreiben von Juden eröffnet worden, und cs befinden sich unter den 18 Gläubigern keine oder sehr wenige Christen. Der Behauptung, daß Juden vorher die Bücher in Ordnung gebracht hätten, widerspricht die Thatsache, daß die beschlagnahmten Bücher nicht in Ordnung gebracht sind. In dem antisemitischen Bericht heißt es ferner: „Vielleicht interessieren sich einige der geschädigten auswärtigen christlichen Firmen dafür, wohin stets die eingckauften großen Ledervorräthe gekommen sind, und warum wohl die hiesigen (Landsberger) Juden il^em „Repräsentanten" Deutschmann so große Summen geliehen haben mögen. Wir sind gern bereit, zur Aufklärung mitzuhelfen." — Hierzu ist den. „Mittheilungen zur Abwehr des Antisemitismus" von unterrichteter Seite geschrieben worden: „Der christlich - gennanische Berliner Lederkommissionär Albert Duttke iv F. Wilhelm Giesler hat seit September v. I. für ca. 110 000 Mk. Maaren von Deutschmann empfangen und zu Schleuderpreisen verkauft".

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