Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 8 (August 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-08-01
- Page
- 414 (sequence 10)
- Language
- German
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Fm deutschen Reich. daß die deutschen Bewohner des SLernberger Dekanats dem Fürstbischof mu; wegen einseitiger Begünstigung der czechischcn Interessen grollen, widerspricht der Thatsache, daß das radikale Blatt „Przor" auch die czcchischc Bevölkerung jeuer Gegend aufforderte, den Erzbischof einfach zu ignorieren. Offenbar ist also nur der Rasseuantisemitismus unter den Radikalen beider Nationalitäten die Ursache 'des Widerwillens, gegen den Kirchenfürsten. Die Antisemiten dieses Schlages sind eben auch der Ansicht, daß das Judenthum etwas sei, „was sich nicht ändern läßt." Der „Jude aus Ueberzeugung" ist.dadurch trotz aller Zurücksetzuugen oft noch besser darau, als derjenige,' welcher der Religion der Väter den Rücken kehrt oder in der Taufe der Kinder „die Erlösung des Judenthums" zu finden wähnt. Er trägt sein unverdientes Leid mit Mannesstolz und Würde und ist gefeit gegen jene verzweifelte? Stimmung, welche in den Worten des Oedipus ausklingt: „Giebt's Götter, warum dulden sie mein Leidk Giebt's keine, warum leid' ich?" A. L. C% ■ SsrresPorrLZnZsK. < Berlin, 16. August. Das am 5. d. Mts. erfolgte Hinscheiden der Kaiserin Friedrich erfüllt jeden, welcher das hochsinnige Wirken dieser hochbegabten treuen Gefährtin eines unvergeßlichen Helden zu' schätzen weiß und von ihrer wunderbaren Standhaftigkeit in so vielen seelischen und körperlichen Leiden Kenntniß hat, mit tiefer Wehmuth. Dem edlen Kaiser Friedrich, welcher den Antisemitismus als „die Schmach des Jahrhunderts" bezeichnet, auch in der wahrhaft menschenfreundlichen und vorurtheilslosen Gesiunung ebenbürtig, hat die hohe Frau niemals daraus ein Hehl gemacht, daß ihr die Dunkelmänner eine tiefe Antipathie ernflößten. Als vor acht Jahren von der Tribüne des Parlaments herab dem verstorbenen Stadtrath Magnus nachgesagt wurde, den erwähnten Ausspruch dem Kronprinzen Friedrich fälschlich in den Mund gelegt zu haben, bezeugte Georg von Bunsen nicht nur öffentlich die Echtheit jenes Ausspruchs, sondern schrieb auch am 3. April 1893 an der; Prof..Paul Magnus wörtlich: „Aus meinem Briefe vom 20. Juni 1880, der sich im Nachlasse Ihres seligen Herrn Vaters gefunden hat, wissen