Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1901)
- Article
- Berlin
- Date
- 1901-06-01
- Page
- 352 (sequence 7)
- Language
- German
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152 Im deutschen Reich. des Volksbeglückers näherte, auf jeden Gaukler, der Heldenthaten versprach und mit großen Worten Begeisterung für unsere edle Sache heuchelte, nur um sich mit dem Gelde der allezeit opferfreudigen Gesinnungsgenossen die Tasche zu füllen."- Wer garantiert dafür, daß nicht vielleicht schon morgen wieder irgend ein „Spekulant" auf den Gedanken kommt, einen neuen Verein aufzumachend Ist diese Zersplitterung der Kräfte, sind die Geldopfer sür nichts und wieder nichts nicht geradezu unverantwortlich? Und was gerade mit der Zahlungsfreudigkeit unserer braven Antisemiten für ein Mißbrauch getrieben wird, darüber könnte der Schreiber dieses aus seiner reichen Erfahrung gar manches erzählen, wenn er nicht im Interesse unserer guten Sache für's erste lieber schwiege. Der „Deutsche Volksbund" zerschlägt mit germanischer Keule den alten Parteiplunder wie irdene Töpfe und errichtet an der Stelle politischer Phrasendrescherei und persönlicher Selbstsucht die ehernen Säulen deutscher Einigkeit und deutscher Arbeit. — — — Desbalb bin ich zum Deutschen Volksbunde gegangen und vergesse gern die hinter mir liegenden verlorenen 15 Jahre, die ich umsonst auf falscher Bahn gekämpft." — Man sieht, Johannes Wilberg kennt seine Leute und wird, wenn er einmal einsehen wird, daß er. jetzt im Gefolge des Deckoffiziers a. D. Hans v. Mosch wieder auf falscher Bahn ist, künftig vielleicht auch ausplaudern, was er „für's erste lieber verschweigt." Dann dürsten hübsche Dinge an's Tageslicht kommen! # Breslau, 12 Juni. In einem „Graf Pückler in seinem Reiche" überschriebenen Artikel berichtet die „Breslauer Zeitung": „Nicht uninteressant ist ein Einblick in das Heim des Grafen Pückler auf Klein-Tschirne. Wenn man den Gutshof betreten will, muß man an einer Ruine vorbei. Bei einigem Scharfblick kann man noch erkennen, daß es ehemals ein Bauernhaus war. Ein Theil der Hinteren Wand ist eingestürzt, so daß dieser Raum überhaupt nicht mehr benutzt werden kann. Dagegen ist der vordere Theil noch ein klein wenig besser erhalten. Dort Hausen die Vasallen des Grafen und bereiten sich ihr Abendmahl. Dort hört allabendlich der reichstreue Herr, der alle fremden Rassen haßt, in seinem eigenen Heim ein polnisches Concert auf der Harmonika und polnische Nationalgesänge. Aus weiter Ferne hat der Graf die Leute herbeigeführt, obwohl ihm unter seinen eigenen Landsleuten noch Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Dieses Vorgehen ist um so verwunderlicher, als die dortigen deutschen Arbeitskräfte billiger sind als die polnischen Arbeiter. So erhält z. B. eine polnische Arbeiterin außer verschiedenem