Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1901)
- Article
- Jüdische Volksschulen oder nicht?
- Date
- 1901-06-01
- Page
- 331 (sequence 6)
- Language
- German
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Jüdische Volksschulen oder nicht. 331 Seit dem Jahre 1801, also seit einem Jahrhundert, sind von preußischen Ministern 9 Schulgesetzentwürfe, welche die Grundlinien ai einer gesetzlichen und einheitlichen Regelung des Schulwesens in Preußen enthielten, versaßt worden, sie alle wanderten zu den Akten und werden vom Staub der Archive des Kultusministeriums bedeckt. Die Gesetzentwürfe scheiterten mehr oder weniger an der Klippe der konfessionellen Gegensätze. Es erhellt hieraus, wie unheilvoll das strenge Betonen des Konfessionellen die kulturelle Entwickelung Preußens beeinflußt hat. ^unquam retrorsum, niemals rückwärts! muß unsere Devise sein in Wort und That. Wir sind aber zu sehr geneigt, der sogenannten Rückwärtsserei — wie Johannes Scherr sagt — Konzessionen zu machen. Wir können uns wohl ins Unvermeidliche fügen, die Zeitverhältnisse sind stärker als einzelne Individuen mit ihrem besten Streben, aber niemals dürfen wir das durch die Ungunst der Verhältnisse Geschaffene schließlich als Allheilmittel betrachten. Niemals dürfen wir uns für eine Institution, wie die Konfessionsschule, die von allen vorurtheilsfreien und einsichtsvollen Pädagogen verworfen wird, begeistern. Erheben wir immer und immer wieder die Forderung nach der einzig berechtigten paritätischen Schule.