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Im deutschen Reich · 1901-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1901) · p. 326

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1901)
Article
Jüdische Volksschulen oder nicht?
Date
1901-06-01
Page
326 (sequence 1)
Language
German
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326 Im deutschen Reich. Jüdische Wolksschuten oder nicht? Von L)r. M. Spanier in Magdeburg. In schulpolitischer Hinsicht ergab sich uns im Laufe der Verhandlungen über den Kultusetat die Wahrnehmung, daß der Kultusminister Dr. Studt dem Standpunkt der konservativ-klerikalen Mehrheit des Abgeordnetenhauses sehr nahe steht. Die Befürchtung, daß demnächst mit allen Errungenschaften Falk's: fachmännische Schulaufsicht, die wir als Grundlage für eine gedeihliche Jugendbildung erachten, paritätische Schulen, die von allen vorurtheilssreien Pädagogen befürwortet werden, gründlich gebrochen wird, gewinnt mehr und mehr in uns Raum. Der Kultusminister bemerkte ausdrücklich daß das preußische Volksschulwesen sich historisch auf konfessioneller Grundlage entwickelt habe und daß die Verfassung vorschreibe, bei der Errichtung öffentlicher Volksschulen die konfessionellen Verhältnisse möglichst zu berücksichtigen. Ja, als der konservative Abgeordnete v. -Pappenheim in den Kultusminister drang, seinen Standpunkt scharf zu präcisieren, gab er die Erklärung ab: „Wie in der Vergangenheit, so wird auch in der Zukunft die Unterrichtsverwaltung an dem konfessionellen Charakter der Volksschule festhalten." Arm üt Arm mit den Konservativen marschiert das Centrum, wenn es gilt, die fortschrittliche Entwickelung des Volksschnlwesens zu hemmen. Daher warnt der Ceutrumoabgeordnete Dr. Dittrich vor einer Ueberschätzung des schultechnischen Elements, wie es in den Simultanschulen zum Ausdruck kommt. Eine gesunde Pädagogik gelange nothwendig zur Forderung der konfessionellen Schule, die auch den altpreußischen Traditionen am besten entspräche. Eine Mittelstellung zwischen der konservativ-klerikalen und der freisinnigen Partei nehmen die Nationalliberalen ein. Sie wollen, so verlautete es durch den Abgeordneten Hackenberg, daß Kirche und Schule zusammenstehe, aber der oberste Leiter der Schule müsse unter allen Faktoren, denen ein Einfluß auf die Schulen zustehe, der Staat bleiben. Wichtig ist, daß dieser Redner bei.der Besprechung über

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