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Im deutschen Reich · 1901-05-01 · Heft 5 (Mai 1901) · p. 291

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 5 (Mai 1901)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1901-05-01
Page
291 (sequence 2)
Language
German
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Vereinsnachrichten. 291 Bezug auf die Juden mache der Antisemitismus keinen Unterschied, ja, für denselben bleiben die getauften Juden immer noch Juden. Im Vereine selbst weise man von vornherein alle Sonderinteressen zurück und suche nur nach den Punkten, die uns einigen; alles was uns trennt, muh aus dem Spiele bleiben. (Sehr richtig! D. Red.) Redner kommt sodann auf die antisemitische Presse zu sprechen, die in der sattsam bekannten Weise alles zu Ungunsten der Juden verdrehe, ihre Leser mit den größten Unwahrheiten gegen die Juden aufhetze, und immer wieder das Märchen des Ritualmordes aufs Tapet bringe. Redner giebt eine Blüthenlese aus der angeführten Presse, welche denen, die nicht alle werden, das unglaublichste Zeug über die Juden austischt, so daß selbst die Boxer dagegen die unschuldigsten Kinder sind, wenn alles das Dorgeörachte wirklich wahr wäre. Der Central- Verein hat nun unter Bezugnahme auf den tz l! des Preßgesetzes die antisemitischen Blätter gezwungen, Berichtigungen der von ihnen gebrachten, nicht den Thatsachen entsprechenden Bkittheilungen zu bringen, so daß sich diese Presse jetzt mehr vorsieht, um nicht immer das heute Gemeldete am andern Tage als falsch bezeichen zu müssen, ferner wirkt der Central-Vercin austlärcnd durch die Presse, durch Flugblätter, welche beispielsweise bei der Konitzer Affaire zu Tausenden vertheilt sind, sowie durch die eigene Zeitschrift „Im deutschen Reich". Zu allen diesen Veranstaltungen gehört aber Geld, sogar viel Geld, weshalb der Herr Vortragende die Anwesenden auffordert, dem Vereine beizutreten, damit der Central-Verein in die Lage gesetzt werde, möglichst allen an ihn gerichteten Anforderungen gerecht zu werden, denn von allen Seiten laufen Zuschriften e»n, seitdem die Glaubensgenossen im Deutjcken Reiche wissen, daß es eine Stelle giebt, an die sie sich wenden kennen, wenn man sie in ihrer Eigenschaft als Juden ungerechtfertigt angreift, verleumdet, geschäftlich oder persönlich schädigt. Ferner bittet Redner die Versammlung, bei jeder Gelegenheit sich als Juden frei zu bekennen und alle Angriffe in sachlicher, gemessener, aber energischer Weise zurückzuweisen, denn nur dadurch ist cs zu erreichen, daß in den breiten Schichten die oftmals nur der Unkenntniß entspringenden hämischen Bemerkungen und offenen und versteckten Angriffe verschwinden. „Wir müssen heraustreten aus unserem Jndifferentismus; müssen mehr Selbstbewußtsein haben und uns rechtzeitig und thatkräftig im vollen Lichte der Oeffentlichkeit wehren!" Dir Versammlung zollte dem Vortragenden lebhaften und wohl* verdienten Beifall, worauf der Vorsitzende Herr vr. Piza dem Vortragenden den Dank der Versammlung abstattete. Es sollte nun zur Wahl des Vorsitzenden geschritten werden. Vorher meldete sich

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