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Im deutschen Reich · 1901-05-01 · Heft 5 (Mai 1901) · p. 284

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 5 (Mai 1901)
Article
Bütow
Date
1901-05-01
Page
284 (sequence 2)
Language
German
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284 Im Deutschen Reich. Herr Bürgermeister Ahlsdorff begründet die verschiedenen Zuschriften der Regierung in dieser Angelegenheit und beantragt im Aufträge derselben die bejahende Antwort. Stadtv. Röhl (oerantwonlicher Redakteur des antisemitischen (!) „Bütower Anzeigers") meint, man könne sich auch dem neuerlichen Anträge gegenüber nach allen unser» Vorverhandlungen wohl ganz kurz fassen, indem man erkläre, wir lehnen die Vorlage rundweg ab. Bis jetzt hätte man noch nicht viel von großen Erfolgen der Fortbildungsschulen gehört, wohl aber brächten sie Aerger und Verdruß mit sich. In Lauenburg habe man neuerdings auch einschen müssen, daß gegenüber den Aufwendungen die Erfolge nicht' bedeutend seien. Unsere Arbeiter- Verhältnisse seien leider nicht so, daß wir besonders große Auswahl an Lehrlingen hätten. Die jungen Leute richteten sich leider nicht mehr viel nach den Anordnungen der Eltern, sondern setzten bezüglich ihrer Zukunft ihren eigenen Willen durch. Wenn sie erfahren, daß sie noch nach der Einsegnung in die Schule gehen müssen, bekommen wir überhaupt keine Lehrlinge mehr! Wer bezüglich der Straßenunruhen die Regierung informiert habe, wisse er nicht, jedenfalls wissen alle, daß die Sache damals wesentlich anders lag. Uebrigens würde hier eine merkwürdige Unterscheidung gemacht. Hier soll man eine Fortbildungsschule einrichten, auf daß die Lehrlinge keine Unruhen begehen; in Könitz, glaube er, mußte die Fortbildungsschule geschlossen werden, weil die Fortbildungsschüler krawallierten. Die gewöhnlichen abendlichen Straßenunruhen hätten übrigens nach Bestehen des sehr segensreichen 9 Uhr-Ladenschlusses wesentlich nachgelassen. Wenn die Meister ihre Lehrlinge vorschriftsmäßig zur Schule schicken sollten, dann könnten sie nicht mehr voll für deren Ausbildung im Handwerk Sorge tragen, denn wenn beispielsweise die Herren Stifte der Feuerarbeiter sich erst reinbonern müßten, ginge der ganze Nachmittag verloren. Er bittet nochmals um Ablehnung. Herr Stadtv. Hallmann: Wenn ein Schmied nur mit einem Lehrling arbeite und diesen in die Fortbildungsschule schicken müsse, dann sei er gezwungen, die Schmiede zuzujchließen und — wenn's ihm Spaß mache, mit in bte Schule zu gehen! Die Regierung wolle alles gut machen; möge sie dann auch dafür sorgen, daß der Meister mehr Macht über die Lehrlinge erhalte. Wenn solcher Junge aus der Lehre weglaufe, dann helfe keine Polizei und kein Amtsvorsteher! Immer wolle man dem Handwerk helfen und immer koste es das eigene Geld des Meisters. Er bittet auch um Ablehnung. Auch die Herren' Stadtv. Fabricius, Rathsherr Müller u. A. sprechen sich kurz in demselben Sinne aus. .Hierau

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