Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-05-01
- Page
- 277 (sequence 13)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 277 Bestrafungen erfolgen, so mögen sich die Betroffenen mit der Sympathie der „Staatsbürger-Ztg." trösten, welche das Eindringen in ein jüdisches Betyaus als eine RettungsLhat darftellt und nicht von dem Tiefstand der Kultur der Plünderer, sondern von einem solchen der mißhandelten bulgarischen Juden spricht! Es ist bezeichnend, daß es die geplagten galizischen, russischen und rumänischen Juden fast ausnahmslos magnetisch nach dem Westen zieht, während die deutschen, Antisemiten sich für ihre handgreiflichen östlichen Gesinnungsgenossen begeistern. Der neue preußische Handelsminister hat mit der „Pestbeule" jene Bewegung verglichen, die eine „Schmach des 19. Jahrhunderts" gebildet hat und deren Bekänrpfung eine der dringendsten Kulturanfgaben des 20. Jahrbundert sein muh.! A. L. KorrespsrrdsnZSK. * Berlin, 20. Mai. Die Interpellation des Abgeordneten Peltajohn und die daran geknüpften Erklärungen des Justizministers haben von neuem die Aufmerksamkeit auf die Frage gelenkt, in welchem Maaße Juden an den Beamtenstellen im preußischen Staate betheiligt sind. Der Herr Juftizminister nahm für sich ein gewisses Verdienst in Anspruch, weil er der einzige sei, der überhaupt Juden anstelle, und es muß ihm zugegeben werden, daß er nur offen ausgesprochen hat, was — entgegen dem klaren Wortlaut der Verfassung — in den meisten Verwaltungszweigen als Praxis auogeübt wird. War dabei zunächst nur an die gedacht, welche das juristische Studium absolviert haben, so wissen es doch alle, die sich um diese Frage kümmern, daß cs z. B. den Aerzten nicht anders geht; trotz der Versicherung des Kriegsministers, daß eine Verfügung über Ausschließung der Juden vom Sanitätskorps des Heeres nicht existiere, werden Juden als Militärärzte nur ganz vereinzelt angestellt. Für das höhere Lehrfach haben wir in dieser Zeitschrift die Betheiligung der Juden seit mehreren Jahren verfolgt (s. Oktoberheft 1900, S. 531); in dem verflossenen Jahre ist trotz des vorhandenen Mangels an Hülfslehrern, die zur Besetzung offener Oberlehrerstellen herangezogen werden könnten, die Lage der Dinge für die Juden nicht günstiger geworden. Der eben erschienene 8. Jahrgang des Kunze'schen „Kalender für das höhere Schulwesen Preußens", Breslau, Verlag von Preuß L Jünger 1901, der