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Im deutschen Reich · 1901-05-01 · Heft 5 (Mai 1901) · p. 252

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 5 (Mai 1901)
Article
Eine Umfrage über den Ritualmord
Date
1901-05-01
Page
252 (sequence 1)
Language
German
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252 Im deutschen Reich. Sine Umfrage über den Flitualmord. Mit Rücksicht darauf, daß seit einiger Zeit fast kein Jahr vergeht, in dem nicht bald hier, bald dort die ungeheuerliche Beschuldigung gegen die Juden auftaucht, daß sie zu rituellen Zwecken Christenblut verwenden, sah sich der Herausgeber der Wiener Zeitungs-Korrespondenz „Der Interviewer", Wilhelm Eckfeld, veranlaßt, an die hervorragendsten Gelehrten Europas folgende Rundfrage zu richten: I. a) Gibt es nach Ihrer Ansicht Juden, die zu rituellen, religiösen Zwecken Christenblut verwenden und darum den Ritualmord begehen? — b) Und womit begründen Sie Ihre Ansicht? II. Wenn Sie von der Grundlosigkeit dieser Beschuldigung überzeugt sind — a) wodurch erklären Sie deren Entstehung? — b) und was halten Sie für das geeignete Mittel zu ihrer Bekämpfung? Die Antworten gedenkt Herr Eckfeld gesammelt in einem Buche herauszugeben, das den Titel tragen wird: „Der Ritualmord vordem Forum des geistigen Europa." Von den bereits eingelaufenen Antworten werden uns die folgenden, sowohl mit Rücksicht auf die Personen als auf den Inhalt interessanten Briefe zur Versiigung gestellt: Professor Theodor Mommsen, Berlin. „Charlottenburg, 19. April 1901. Wozu die Mohrenwäsche? Die Volksbetrüger werden nicht alle und die Betrogenen auch nicht. Mommsen." Dt. Cormll, Professor an der theologischen Facultat der Universität Breslau. „Breslau, 21. April 1901. Sehr geehrter Herr! Wenn ich Ihr, Gott sei's geklagt, so „actuelles" Schreiben vom 12. erst heute beantworte, so bitte ich dies mit dringenden Arbeiten zu entschuldigen, welche sich gerade in den letzten Tagen für mich häuften. Ihre erste Frage glaube ick getrost mit einem runden, uneingeschränkten „Nein" beantworten zu dürfen. Denn — wenn Sie mir der Kürze halber die Ausdrücke „biblisches Judenthum" und „Talmud- Judenthum" gestatten wollen — für das biblische Judenthum ist die

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