Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 4 (April 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-04-01
- Page
- 240 (sequence 5)
- Language
- German
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240 Im deutschen Reich. 3. Ruf, Charakter und Glaubensbekenntniß der Inhaber 7. Wie ist die Behandlung? 3. Werden auskömmliche Gehälter bezahlt? 11. Wie ist die Verpflegung und Wohnung'der mit Kost und Wohnung Angestellten? 12. Wie sind die Geschäftsräume beschaffen? Jedes neu in den Verband aufgenommene Mitglied hat die Fragen zu beantworten, soweit es sich um die in den letzten zwei Jahren von ihm innegehabten Stellen handelt. Wer einen „deutschnationalen" Gehilfen beschäftigt, setzt sich also einen Censor in das Haus und muß es sich gefallen lassen, daß die häuslichen und geschäftlichen Vorgänge in seinem Berufe von einem antisemitisch bearbeiteten Jüngling dauernd einer Beobachtung und Denunciation unterzogen werden. Das Selbstgefühl sollte es jedem Prinzipal verbieten, dergleichen Treiben in seinem Kreise Vorschub zu leisten. Wie das Interesse an den Zielen und Bestrebungen des Central- Vereins in immer weitere jüdische Kreise dringt, dafür erhalten wir fast täglich Beweise. Der Verein zählt bereits in fernen Weltgegenden Mitglieder, welche an allem, was die deutschen Juden berührt, lebhaften Antheil nehmen und deshalb auch eifrige Leser des Vereinsorgans sind. Einen neuen Beweis für diese treue Gesinnung unserer fernen Glaubensgenossen liefert folgendes vom 10. April datiertes Schreiben des Herrn Dr. ined. Th. Pincus in Posen: „Ich sandte heut an Sie Mk. 100 per Postanweisung, deren Empfang Sie mir gefl. bestätigen wollen. Diese Summe ist mir als Jahresbeitrag für den Verein übergeben worden seitens eines hiesigen Mitglieds für die Herren Miguel Latz und Arnold Färber (i. F. Miguel Latz y Hermano, Magdalena, Provinz Sonora, Mexiko). Diese Herren, Brüder, sind aus Posen gebürtig, seit langer Zeit in Mexiko, und waren seit einigen Monaten hier zum Besuch. Bei dieser Gelegenheit hörten sie von den Bestrebungen des Central-Vereins und gehören seitdem zu den Lesern der „Vereinszeitschrift". Hoffentlich findet dieser Vorgang Nachahmung in den Kreisen der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens, die im Auslande wohnen, aber dem Judenthum und dem Deutschthum die alte Treue bewahren. Solche Sympathien stärken uns in dem schweren Kampfe, in dem wir stehen, und kräftigen uns in der frohen Ueberzeugung, daß Israel nicht verwaist ist, weil es sich selbst nicht verläßt. A.L.