Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 3 (März 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-03-01
- Page
- 177 (sequence 2)
- Language
- German
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AcrcinSnachrichten- 177 sowie mit der Bitte, gemeinsam den Verein zu stützen und groß zu machen, damit man allgemein es höre, wenn derselbe seine Stimme erhebe. Aus Antrag zweier Mitglieder, welche die Thätigkeit des Vorstandes rühmend hervorhoben, wurden die bisherigeil Vorstandsmitglieder einstimmig durch Zuruf wiedergewählt. Nachdem die beiden Revisoren, Herren Alexander Lomnitz und Louis Wiener bekundet hatten, daß sie bei sorgsamer'Prüfung der Zahresrechnung alles in bester Ordnung gefunden hätten, wurde dem Vorstand Decharge ertheilt. Der Vorsitzende nahm dabei Gelegenheit, dem Schatzmeister, Herrn l)r. I. Ginsberg, dem Kontrolleur, Herrn S. Weile, und den beiden vorerwähnten Herren Revisoren für ihr miihevolles Wirken dankbare Anerkennung auszudrücken. Nach Eröffnung der Discussion ergriff Herr Henry Hofifslaedt das Wort und erinnerte an die Reichshallen-Versammlung, welche aus ähnlicher Veranlassung vor einer Reihe von Jahren stattgefunden habe. Er wies darauf hin, daß den Juden dadurch, daß sie nur jvhr selten zu Unteroffizieren gemacht würden, die Erlangung des Eivil-Versorgungs- Bcrechtigungsscheins versagt und sogar die Subaltern-Karriere verschlossen bleibe. Er beklagte, daß die Nachricht von der Amtsniederlegung der jüdischen Handelsrichter sich nicht bestätigt habe und daß nicht anstatt der kürzlich stattgehabten Notablen-Protest-Versanunlung eine., allen jüdischen Gemeindemitgtiedern zugängliche Versammlung veranstaltet worden sei. Hierauf entgegnete der Vorsitzende, .daß er selbst von der Amtsniederlegung der jüdischen Handelsrichter abgerathen habe, weil die Thätigkeit dieser Richter von weiten Kreisen hochgeschätzt werde, und der Verzicht auf dieses Ehrenamt nur den Antisemiten Freude bereitet haben würde. Tie Veranstaltung einer allgemeinen jüdischen Volksversammlung in der von dem Herrn Vorredner vorgeschlagenen Weise würde mit großen Schwierigkeiten verbunden gewesen sein und hätte eine wesentliche Verzögerung herbeigeführt, während ein unmittelbarer Protest wünschenswert!) erschien. Die Vorstände der jüdischen Gemeinden hatten sich ebenfalls rasch zu Eingaben an den Reichskanzler entschlossen und der Vorstand der jüdischen Gemeinde in Berlin sei dabei mit gutem Beispiel vorangegangen. Sowohl die Notablen-Verjammlung als die jetzige Central- Vereins-Versammlung seien Protest-Versammlungen eindrucksvoller Art; die Heranziehung weiterer Kreise zu ähnlichen noch größeren Versammlungen werde aber noch von dem Vorstand in Erwägung gezogen werden. Im Verlauf der weiteren Debatte betonte Herr Rechtsanwalt Dr. Fuchs, daß Ae jüdischen Handelsrichter von dem richtigen'Standpunkte ausgegangen seien, daß die deutschen Juden sich