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Im deutschen Reich · 1901-03-01 · Heft 3 (März 1901) · p. 166

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 3 (März 1901)
Article
Berlin
Date
1901-03-01
Page
166 (sequence 2)
Language
German
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16 Im deutschen SReid?. dem Fonds eine Unterstützung bewilligt haben. In der Versammlung am 11. März im Hotel Kühn wurde übrigens eine Sammlung, die zum Besten des Fonds vorgenommen werden sollte, von dem die Versammlung überwachenden Polizeichef, Bürgermeister Deditius, untersagt. Der ehemalige Hofprediger Adolf Stöcker sprach am 8. d. Mts. in der Berliner „Tonhalle" in einer Versammlung des christlichsozialen Vereins über die Frage: „Hat der Antisemitismus eine Zukunft in Deutschland? Der Vortrag schloß mit den Worten: „Der deutsche Rassen-Antisemitismus hat gewiß keine Zukunft, weil er unhaltbar ist, weil er geistig nicht berechtigt ist. Menschen soll man überhaupt nicht hassen, sondern Mächte. Ich habe nie die Juden persönlich gehässig bekämpft. Auch der Antisemitismus, der das Alte Testament in den Kampf zieht, hat keine Aussicht, ebensowenig der Geschäftsantisemitismus. Noch hat aber unser Volk einen gesunden Kern, wie ich auf meinen Reisen immer wieder sehe, und so wollen wir den Kampf für die höchsten Güter unseres Volkeo ohne Gehässigkeit, ohne Gemeinheit weiterführen. Es ist kein Zweifel,.daß dieser Antisemitismus eine große Zukunft hat". Im Schlußwort betonte Abg. Stöcker, daß die Aufhebung der Juden-Emancipation heute nicht mehr durchführbar sei. „Man darf keine unmöglichen Ziele aufstellen, sondern sich damit begnügen, den religiösen und nationalen Geist des deutschen Volkes wieder zu stärken". Die „Staatsbürger-Ztg." schreibt: „Der Nachlaß Berthold Auerbach's. Ueber den Nachlaß der Frau Nina Auerbach,- der Wittwe des jüdischen Dichters Dr. Berthold Auerbach, die in Schöncberg wohnte und am 29. September v. I. tu Charlottenburg-Weftcnd starb, ist seitens des Amtsgerichts II zu Berlin das Concurs-Verfahren eröffnet worden. Danach scheint auch der materielle Nachlaß Auer-, bach's nicht mehr werth zu sein, als seine einstdurch jüdische Reclame so weit verbreiteten „Dorfgeschichten", die bekanntlich wahre Karrikaturen des deutschens Volkslebens sind." — An diesen „Dorfgeschichten" haben sich aber unzählige deutsche Männer und Frauen erbaut; die Dramatisierung der Auerbach'schen Erzählung: „Die Frau Professorin" hat das Reportoire der deutschen Bühne durch das wirkungsvolle Schauspiel „Dorf und Stadt" bereichert. Das „Lorle" in „Dorf und Stadt" wird sicher von keiner deutschen Bühnenkünstlerin für eine Karrikatur gehalten, und gewiß hat die eine „Walpurga" in Auerbach's trefflichem Roman „Auf der Höhe" mehr vom deutschen Gemüth in sich, als im ganzen Lager, der Antisemiten zu finden sein dürfte. , Das Stück des Volkslebens, das sich in diesem - Landsknecht.

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