Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 3 (März 1901)
- Article
- Jahresbericht
- Date
- 1901-03-01
- Page
- 138 (sequence 4)
- Language
- German
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138 Im deutschen Reich. äußere Ausstattung. Wir hoffen aber, daß trotz der mit der Mitgliederzahl Hand in Hand gehenden Steigerung der Auflage unseres Vereinüorgans die Kosten sich verringern werden, weil wir annehmen, daß durch Vermittelung von Haasenstein & Vogler die Inserate sich vermehren werden, an deren Erträgen der Verein als solcher nach dem neuen Vertrage den wesentlichsten Antheil haben wird. Es würde auf diese Art also schließlich auch unser Verein gefördert, wenn Diejenigen, die Inserate brauchen, sie dem Vereinsorgan zuwenden wollten. Es ist ferner zu berichten, daß an den Protestversammlungen, die außerhalb stattgcfunden haben, und auch an der Protestversammlung, die, wie einem Theil von Ihnen ja gewiß bekannt geworden ist, am 10. Februar, wenn ich nicht irre, in der Victoria-Brauerei in Berlin stattgehabt hat, unser Verein sich betheiligt hat. Die Vorstände des Vereins waren Miteinberufer, und wir haben so eine Bewegung in's Leben gerufen, die hoffentlich Erfolg haben wird. Da wir nicht durch die Zahl unserer Stimmen Achtung erwecken können, so bleibt uns nur übrig, unsere Stimme möglichst kräftig zu erheben. Wenn viele schreien, so entsteht ein starkes Geräusch (Heiterkeit), und man kann sich dem nicht verschließen. Sind es wenige, so müssen sie sich natürlich mehr anstrengen, und da wir in dem polnischen Leben der letzten Jahre ja die Erfahrung allerorten gemacht haben, daß überhaupt nur der etwas erreicht, der sich Gehör verschafft (sehr richtig!), so sind wir der Meinung, können auch wir gar nicht genug thun in dieser Beziehung. Schreien hilft; schreien wir also kräftig! (Beifall und Heiterkeit.) Kurz zu erwähnen habe ich dann, daß wir auf allen möglichen Gebieten wieder thätig zu sein hatten. Es sind wenige Verwaltungen, bei denen wir uns nicht in Erinnerung bringen mußten, um die bedrohten Rechte unserer Glaubensgenossen in staatsbürgerlicher Hinsicht zu vertheidigen. Unsere Rcchtsschutzkommission ist in zahlreichen Fällen thätig gewesen. Ich will Sie mit der Aufzählung dieser recht umfangreichen Kollektion nicht aufhalten. Wir haben auch— ich hatte ja schon Gelegenheit, in den einzelnen Versammlungen darüber zu berichten — an recht vielen Stellen Erfolg gehabt. Wir haben auch erzielt, daß Beschimpfungen, die brs dahin noch immer ungestraft gegen uns und unsere Religionseinrichtungen ausgesprochen werden konnten, jetzt für strafbar erklärt' worden sind, und es ist merkwürdig, wie etn bischen Gefängniß manchmal hilft (Heiterkeit); die Betreffenden sind fabelhaft zahm geworden.