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Im deutschen Reich · 1901-03-01 · Heft 3 (März 1901) · p. 133

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 3 (März 1901)
Article
Die jüngsten Judendebatten im Abgeordnetenhause
Date
1901-03-01
Page
133 (sequence 13)
Language
German
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Die jüngsten JudendebatLen im Aögeordnetenbause. 13;> sinnigen für unser Recht eingetreten sind. Mit Schmerz habe ich cs übrigens empfunden, daß der Antisemit Werner in den Debatten sagen konnte, daß die Juden selber sich die Vertheidigung des Herrn Rickert verbäten. Werner hat sich hierfür auf eine jüdische Versammlung berufen, in der der Vortragende sich in diesem Sinne geäußert haben soll. Ich habe aus einer späteren Berichtigung Zu meiner größten Freude gesehen, daß der Bericht über jene Versammlung, den Herr Werner sich ungeeignet hat, nicht wahr gewesen sei, (Zuruf), und ich habe keinen Anlaß, dieser Berichtigung zu mißtrauen. Ob der Eintritt der Freisinnigen für uns erfolgreich gewesen ist, ist gleichgültig; wie auch der Erfolg gewesen ist, es ist gut, daß die Dinge zur Sprache gekommen sind; sie werden nicht wieder von der Tagesordnung verschwinden; der Stein, der in das Wasser geworfen ist, hat immer größere Kreise gezogen. Ueberall hat sich der Protest der Juden geregt, und ich meine, wir sind es unserer Ehre schuldig, daß auch wir Verwahrung gegen die Grundsätze der Verwaltung einlegen, die zur Zeit herrschend sind. (Beifall.) Ich habe zu meinem Bedauern neuerdings gelesen, daß in Köln der Vorstand der Synagogengemeinde es abgelehnt hat, sich an der Protesteingabe an den Reichskanzler zu betheiligen. Mir liegt der Wortlaut der Kölner Resolution vor, in der es heißt: „In Erwägung, daß die fast durch nichts zu rechtfertigende Ansammlung jüdischer Anwälte in Berlin und anderen großen Städten als Ausgangspunkt der Peltasohnschen Interpellation sehr ungeeignet war." (Heiterkeit.) Es ist seltsam, wie sich in diesen Köpfen die Welt malt! — (Heiterkeit.) Als ob der Ausgangspunkt der Interpellation das Wesen der Sache erschöpfte, und als ob es wirklich so schwer wäre, für die Ansammlung der jüdischen Anwälte in Berlin einen Rechtsertigungsgrund zu finden. Noch seltsamer ist der Folgesatz der Kölnischen Resolntion: „Weil die Gegenwart mit ihrem unfreien Geist und ihrem alle Gebiete überwuchernden Konfessionalismus der Interpellation so ungünstig als möglich ist",deshalb muthen uns dieKölner zu, den Mund zu halten, und unsere Zurücksetzung schweigend zu duldeu. — Wie lange wir schweigen sollen, sagt der Kölner Gemeindevorstand nicht. — Offenbar meint er, wir sollten solange schweigen, bis es besser wird. Ob man dann wohl noch die Herren vom Kölner Gemeindevorftand brauchen wird? iSehr richtig! Heiterkeit.) Anders wie in Köln hat man in Posen sich zu der Frage gestellt. Es ist in einer großen Versammlung jüdischer Bürger in würdiger Weise Protest gegen die aus der Rede des Justizminifters ersichtlichen Verwaltungsgrundsätze eingelegt worden, und zwar hat sich die Resolution im Wesentlichen derjenigen an-

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