Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 3 (März 1901)
- Article
- Die jüngsten Judendebatten im Abgeordnetenhause
- Date
- 1901-03-01
- Page
- 121 (sequence 1)
- Language
- German
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*• 'f i'i Zeirfchrrsi des ßlütrcknkiüs Sklitslher Sfaatö&arger jAisrhes Clüüöküs. Drschrinl xmölfmal im 3shrr. - V». Anhrg. Berlin. März 1901. "glr. 3. Die jüngsten ZudendeöatLen im ASgeordnet-enhause. - Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Dr. Eugen Fuchs in der ordentlichen Aritgliederversammlung am 2S. Februar 1901. In den jüngsten Wochen baben zwei Fragen gleichzeitig das preußische Parlament beschäftigt, die, so wenig Berührungspunkte sie auch mit einander gemein zu haben scheinen, dock des logischen inneren Zusammenhanges nicht entbehren. Mit der vom Abg. Peltasobn angeregten Frage über die Anstellung der jüdischen Notare in Berlin wurde die von den Konservativen augeregte Interpellation über die Vorgänge in Könitz zusammen verhandelt. Beide Fragen baden eine tiefgehende Erregung wachgerufeu und eine solche Fülle anregender Fragen für den Juden und Juristen, den Parlamentarier und den Menschen gezeitigt, daß wir von Vereinswegen sie nicht unerörtert lassen können. Es wird nothwendig sein, das Facit der Geschebnisie zu.ziehen und Konsequenzen für die Zukunft daran zu knüpfen. Die Thatsache, daß in Berlin die jüdischen Bewerber um das Notariat acht und mehr Iabre länger als ibre christlichen und ihre getauften Kollegen warten müssen, bat den Abg. Peltasohn zu einer Anfrage veranlaßt, wie der Justizministcr sich zu dieser Sache stelle. So unerfreulich der Inhalt der Debatte und das endliche Ergebnis derselben gewesen ist — dem Minister ist ein doppeltes Vertrauensvotum ertheilt worden —, so wenig bedaurc ich cs, daß die Frage angeschnitten worden ist. Ich stehe nicht auf den Standpunkt derer, die es für einen Schaden für uns halten, daß die Dinge im Pariament zur Sprache gekommen sind. Man hat in alle Welt hinaus posaunt,