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Im deutschen Reich · 1901-02-01 · Heft 2 (Februar 1901) · p. 105

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 2 (Februar 1901)
Article
Apotheker R. R. Berlin
Date
1901-02-01
Page
105 (sequence 3)
Language
German
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Briefkasten der Redaktion. 105 einander einzuleben und zu verstehen, ein sehr nettes Zusammenleben der beiden Konfessionen möglich ist. Es kommt eben nur auf den guten Willen an." A. K. Berlin. Als der jobdachlose Schuhmacher Robert Krüger in trunkenem Zustande einen Offizier am 4. Februar in der Leipzigerstraße durch einen . Ausspruch beleidigte und deshalb festgenommen wurde, bericbtctc die „Staatsbürger Zeitung" dies mit dem Zusatze: „Das kommt von den Hetzereien jder Jujdenprjesse!" — Glaublicher istj, daß der Sp.ichtus die wahre Ursache war und von dem ist freilich in der „Antisemitenpresse" kaum eine Spur zu finden! O. S., Berlin. In dem Artikel „Was der Burenkrieg zeitigt", mißt die „Staatsbürger-Zeitung" den judenfeindlichen Angaben eines Deutschen, der über sechs Monate den Feldzug auf Seiten der Buren mitgemacht zu haben — vorgiebt, vollen Glauben zu. Daß sich in manchen Theilen des Kriegsschauplatzes ein regelrechter Tauschhandel entwickelt hat, der meist von Juden vermittelt wird, ist nicht unmöglich, weil die Buren durchaus keine Anhänger der „Staatsbürger-Zeitung"- Doctrinen sind und den jüdischen Geschäftsleuten gegenüber nur in den seltensten Fällen Vorurtheile hegen. Sicher aber wird kein einziger Jude dies dadurch mit Undank belohnen, daß er sich zum Spion erniedrigt. Undank ist ein Laster, das in jüdischen Kreisen kaum zu finden ist. Das Antijemitenblatt mag doch seinen Gewährsmann nennen; vielleicht erfährt man dann auch „um welcher Tugend willen" ibm nicht vergönnt war, länger als sechs Monate die Reihen der Buren zu zieren! S. L., Berlin. In einer Schneidemühler Korrespondenz des hiesigen Antisemitcnblattes heißt es: „Tie Fenster der Synagoge wurden unlängst wieder eingcworfen. Das ist nickt der richtige Antisemitismus." Vor einiger Zeit drückte dasselbe Blatt sein Bedauern aus, „daß man in Bütow sich mit den Fensterscheiben der Juden begnügt habe". Da kann man sich ungefähr denken, was diese Herren unter dem „richtigen Antisemitismus" herbeiwünschen! P. N. Berlin. Die Zempelburger Notiz der „Staatsbürgerin", welche mit den Worten beginnt, „Der deutsche'Michel erwacht in unserem Städtchen" enthält nichts Unrichtiges. In echter „Michelei" hatte ein Neben-Komitee eine Anzahl achtbarer jüdischer Herren, die sonst stets bei solchen Gelegenheiten geladen wurden, von der Liste gestrichen. Danach betrachteten es die übrigen Juden als Ehrensache, der Feier ebenfalls fern zu bleiben. Daß der Kreistagsabgeordnete Brasch das von ihm viele Jahre innegehabte Ehrenamt des Kassierers

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