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Im deutschen Reich · 1901-02-01 · Heft 2 (Februar 1901) · p. 104

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 2 (Februar 1901)
Article
Apotheker R. R. Berlin
Date
1901-02-01
Page
104 (sequence 2)
Language
German
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104 Im deutschen Reich. . Falls Sie mich engagieren wollen, Litte ich um Mittheilung, ob ein Jude in Ihrem Geschäft ist; denn dann würde ich von einem Engagement absehen. Hochachtend Sch . . . th." Meine Antwort lautete natürlich, daß sein Schlußsatz ein Eir^ gehen meinerseits auf seine Forderungen absolut ausschlösse und daß ich mir vorbehielte, den dankenswerthen Inhalt seines Briefes ge. legentlich zu verwerthen. Des Unverschämten noch nicht genug, bekam ick hierauf folgendes Schreiben von ihm, das ich wörtlich wiedergebe: „Geehrter Herr! Wie ich aus Ihrem Schreiben ersehe, scheinen Sie ein großer Judenfreund zu sein und danke ich Gott, daß ich bei Ihnen nicht eingetreten bin, denn mir ist es nicht einerlei, ob ich mit einem Juden oder mit einem Christen zusammen arbeiten muß. Hochachtend W. Sch . . . Lh." Herrlich weit sind wir gekommen, daß sich ein Gehilfe zu einem solchen Schreiben erdreistet. Den Kollegen gebe ich es jedoch zur Kenntnis ohne Kommentar, der überflüssig ist. Düffeldorf, Stern-Apotheke. C. GommerL, Apotheker." — In der Nr. 14 vom 16. Febr. bringt die „Pharmazeutische Zeitung" ein Schreiben unseres Hamburger Dereinsmitgliedes vr. O. Lovinson, welcher darin betont, daß es unter Juden wie unter Christen unangenehme Elemente giebt, mit denen man nicht gernarbeitet. Es heißt dann in jenem Schreiben weiter: „Ich habe s. Z^ als Assistent im pharmaceutisch-chemischen Institut in Berlin doch recht reichlich Gelegenheit gehabt zu beobachten, daß viele Herren, die sich in der ersten Zeit ihres Studiums recht abschließend und hochmüthig gegen jüdische Kommilitonen benahmen, später, als sie bei solchen vielfach größeren Fleiß und beffere Fortschritte in einzelnen Disziplinen bemerkten, von ihrer hohen Warte huldvollft herabftiegen und sich nicht zu knapp „Rath und Hilfe", namentlich in bedrohlicher Examensnähe, grade bei denen holten, über die sie am Knechtisch nicht genug ulken konnten. Die entgegenkommende Kollegialität, die ihnen von jüdischer Seite gewährt wurde, wird leider nur zu oft bald nach bestandenem Staatsexamen wieder vergessen, und man schämt sich, in der Verlegenheit mal „Mensch unter Menschen" gewesen zu sein, zumal wenn man noch dazu wohl Offiziersaspirant und Vizefeldwebel d. Res. ist. Doch kenne ich andererseits auch manch' schönes Beispiel von wahrer Kollegialität zwischen christlichen und jüdischen Apothekern im praktischen Gehilfenleben, welches zeigt, daß bei gegenseitigem Bemühen, sich mit-

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