Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 42 (sequence 2)
- Language
- German
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42 Im deutschen Gleich Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, mußte ec mit Freuden begrüßen, daß der centrale Gedanke, der so viele Tausende veranlaßt hat, sich dem Verein anzuschließen, auch außerhalb desselben zündende Kraft gewann und Aussichten auf eine baldige Verwirklichung von großen Plänen eröffnete welcbebishereiner fernenZukunftvorbehallen schien. Am27.DezembertagteinBenineinevonetwasechszigTheilnehmeru aus ganz Deutschland besuchte Versammlung israelitischer Delegierten. Dieselbe setzte einen Ausschuß ein mit der Aufgabe, auf Grund der gepflogenen Vorberathungen, im Anschluß an den Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und an die übrigen bestehenden jüdischen Institutionen, einer neu einzuberufenden Versammlung weitere Vorschläge behufs Organisation einer dauernden Vertretung aller Juden Deutschlands zu unterbreiten. Der Ausschuß umfaßt nach dem Beschluß der Versammlung Vertreter aller großen jüdischen Vereinigungen, sämmtlicher Provinzialverbände von Svnagogen-Gemeinden und der nicht zn diesen Verbänden gehörenden größten jüdischen Gemeinden, so daß er in der Lage sein wird, den Willen aller deutschen Israeliten getreu zum Ausdruck zu bringen. Inzwischen ist in einer von zionistischer Seite einberufenen, sehr stark besuchten Versammlung am 7. Januar im Saale des Berliner Handwerkervereins dieselbe "Angelegenheit in ziemlich lebhafter Weise erörtert woren. Der Referent, Herr vr. zur. Friedemann, welcher in der Versammlung am 27. Dezember anwesend war, vertrat am 7. Januar den Standpunkt, daß der Gedanke einer kraftvollen Organisation der Israeliten, wie sie ähnlich im deutschen Katholikentage besteht, gerade unter der jüdischen Jugend Boden gefaßt habe. 3)as jüdische Volk dürfe nicht länger seine Vertretung in der Oeffcntlichkcit anderen überlassen. Dadurch, daß gegen die Einberufung eines allgemeinen Judentages sowie gegen die zionistische Betonung des jüdischen „Volksthums" Stimmen laut wurden, gestaltete sich die Diskussion mehrfach recht stünnisch. Herr Dr. Hirsch Hildesheimer warnte ernstlich vor einer Verbindung des Judentages mit den zionistischen Bestrebungen, weil dies der Idee einer umfassenden Organisation der Judenschaft nur schaden könne. Der Redner wandte sich auch energisch gegen einige vorausgegangene Verunglimpfungen des Liberalismus. Zuletzt fand nachstehende Resolution Annahme: „Die heute im großen Saale des Berliner Handwerker-Vereins tagende, von mehr als 500 Juden besuchte Versammlung erklärt die Berufung eines allgemeinen deutscken Judentages für eine Nothwendigkeit. In der. Erwartung, daß derselbe zur Wahrung unserer bedrohten staatsbürgerlichen Rechte, zur Neubelebung des Zusammengehörigkeitsgefühls und zur Hebung des berechtigten