Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- Die Juden als Soldaten
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 15 (sequence 15)
- Language
- German
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jjw <ynD^tt~mr’^mPtttör~ ganzen Armee nur 6,7% beträgt. Wahrlich, wenn die jüdischen Soldaten „kein Pulver riechen könnten", wenn sie sich den Gefahren des Fcldzugeö feige entzogen hätten, wie so viele Antisemiten immer wieder behaupten, dann könnte ihre Verlustliste nicht 483 Namen aufweisen. Bei Wörth und Spichern, bei Metz und Sedan, in den Kämpfen vor Paris und bei der Loirearmee, bei der Nordarmce wie bei den Truppen Werders im Elsaß, von der ersten Schlacht des Krieges bei Wcißenburg bis zu der letzten bei Montbeliard, überall deckten jüdische Soldaten neben ihren christlichen Mitbürgern das Schlachtfeld, und ihr Blut floß für die Unabhängigkeit und Einheit des Vaterlandes. 168 der Tapferen zahlten ihre Schuld an das Vatekland mit dem Leben. Sie haben nur ihre Schuldigkeit gethan, aber sicherlich haben sie nicht geglaubt, daß nach 25 Jahren eine ganze Partei die jüdischen Soldaten verleumden würde und nach so vielen Proben der Tapferkeit ihnen die Fähigkeit zur Verteidigung Deutschlands absprechen könnte. Damals freilich dachte man anders; man lese nur z. B. die folgende Notiz über einen der toten Helden dieses Krieges: Über Siegfried Karfunkelstein schreibt die „Oberschl. Gr.-Ztg.": „Auch unser Obcrschlcsien hat auf den Schlachtfeldern 1870/71 manchen braven Sohn fallen sehen, der den Heldentod für das Vaterland erlitt. Von all diesen zahlreichen Fällen möchte ich heute einen besonderen herauLgreifcn, der unsere Stadt Vculhen ongeht. Unter den Kriegern, die bei Le Bourgct die blutigen Ausfallgcfechte mitgemacht haben, ragt Siegfried Karfunkelstcin, geboren zu Beuthen im Jahre 1848, hervor. Karfunkelftein trat, 18 Jahre alt, als Freiwilliger im Jahre 1866 bei der 10. Kompagnie des Garde- Elisabeth-Rcgiments, damals zu Breslau, ein und machte schon den Feldzug gegen Österreich mit. Im Jahre 1870 zu demselben Regiment und derselben Kompagnie einberufen, zeichnete er sich bei einer freiwilligen Patrouille in dem Maaße aus, daß er am 28. Oktober mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klaffe dekoriert wurde. Am 30. Oktober 1870, bei einem Ausfall, waren schon mehrere Fahnenträger deö Bataillons gefallen; da war es Karfunkelstein, der die Fahne aufhob und als erster auf die Barrikade stürmte, jedoch ereilte ihn dort das tödtliche Blei. Aus den Händen des sterbenden Kriegers empfing General Budritzky die Fahne und feuerte die Sol-