Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- Die Juden als Soldaten
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 12 (sequence 12)
- Language
- German
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12 $tn Vcupchen Reich Amtliche Urtheile über die Haltung der jüdischen Soldaten im Ganzen existieren leider nicht, aber ein zukünftiger Kriegsminister, der wie im Jahre 1847 eine Enquete darüber veranstalten wollte, hätte einen sicheren Anhalt an den Beförderungen und noch mehr an den Auszeichnungen, die jüdische Soldaten während des Feldzuges erhalten. Wir besitzen eine Liste, in der-nicht weniger als 327 Juden aufgczählt sind, die Eiserne Kreuze erhalten haben, und 80, die Orden und Auszeichnungen der kleineren deutschen Bundesstaaten errungen haben. Wenn man bedenkt, daß im ganzen 45 000 Eiserne Kreuze vertheilt worden sind, davon ein erheblicher Bruchtheil an Ofsiziere, daß die Juden ca. 1% des Heeres ausmachten und es beinahe gar keine jüdische Offiziere gab, daß endlich die Enquete des Comites zur Abwehr nur ein Viertel der deutschen Juden erreichte, so zeugt die Ziffer von 327 Eisernen Kreuzen, hie jüdische Soldaten, deren Namen noch bekannt sind, erhielten, davon, daß die Israeliten Deutschlands auch in diesem Feldzüge ihre Schuldigkeit gcthan haben. Eine ganze Anzahl dieser tapferen Soldaten hat ihre Auszeichnung vom Könige oder vom Kronprinzen eigenhändig erhalten. So berichtet die „Thüringer Zeitung" vom 11'. November 1870: „Vom Kriegsschauplätze. Aus Viroflay vom 28. Oktober geht uns von einem Einjahrig-Freiwilligen des 87. Jnfanierie-Ncgiments Folgendes zur Veröffentlichung zu: „Wir können nicht umhin, in Ihrem geschätzten Blatte auch eines Angehörigen dortiger Stadt zu erwähnen, desien Tapferkeit in den Schlachten von Wörth und Sedan im 87. Regimente allgemein anerkannt wurde, und der seiner Vaterstadt als Soldat alle Ehre macht. Es ist dies der Unteroffizier Otto Bibo, der bei Wörth mit einem kleinen Häuflein sich tapfer gegen die Ucbermacht des Feindes warf und durch sein muthigeö Vorgehen und seine Ausdauer die gefährdete Fahne unseres theilweise zersprengten Bataillons zu halten vermochte. Stets an der Spitze war er derjenige, der ermunternd auf die Soldaten einwirkte, und gehört die durch ihn ausgeführte Verlheidignng der Fahne unstreitig zu den hervorragenden tapferen Thalen des siegreichen Tages/ Ebenso bewies er vor Sedan durch günstige Ausführung von schwierigen Patrouillen seine militärische Brauchbarkeit. Am 18. Oktober, dem Jahrestage -der großen Völkerschlacht zu Leipzig, hielt Se. König!. Hoheit der Kronprinz Revue über die